Senat setzt auf Eskalation statt Verantwortung – Bürgerinitiative fordert Asbest-Monitoring, Verzicht auf die Sprengung und ein planerisches Umdenken
Für Donnerstag, den 12.02.2026, ist im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die Sprengung von zwei Flutlichtmasten geplant.
Es wurde ein weiträumiger Sperrkreis angekündigt, der den Jahn-Sportpark (inkl. Max-Schmeling-Halle) sowie einen Teil des Mauerparks betrifft. In der Zeit von 7 Uhr bis ca. 12 Uhr ist keine Durchquerung möglich.
Die Information der Bürger:innen soll erst am Mittwoch – einen Tag vor der geplanten Sprengung – erfolgen.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark protestiert entschieden gegen dieses brachiale Vorgehen. Die Flutlichtmasten sind kein „Schrott“, sondern Wahrzeichen, Orientierungspunkte und Träger von kollektiver Erinnerung für Nachbar:innen und Nutzer:innen dieses Ortes. Ihre Sprengung ist keine neutrale Baumaßnahme, sondern führt zu einem irreversiblen Verlust, der das Quartier weiter entfremdet und die Geschichte dieses Stadions buchstäblich in die Luft jagt.
Sicherheits- und Gesundheitsrisiken: Asbest ernst nehmen – nicht wegmoderieren
Die Bürgerinitiative fordert einen Verzicht auf die geplanten Sprengungen. Bei vorherigen Abrissarbeiten wurde wiederholt und „überraschend“ Asbest gefunden – vermutlich sogar freigesetzt. Vor diesem Hintergrund ist das geplante Vorgehen per Sprengung aus Sicht der Bürgerinitiative fahrlässig.
Die Senatsverwaltung darf nicht die Gesundheit der Sporttreibenden und Anwohnenden leichtfertig aufs Spiel setzen. Es müssen Alternativen gewählt werden, die eine Freisetzung von Asbest sicher ausschließen können. Eine Sprengung kann dies nicht leisten.
Bürgerinitiative fordert Stopp von „teurem Prestigeprojekt“ und Prüfung ihres Alternativkonzepts „RESTART JSP“
Die Bürgerinitiative kritisiert darüber hinaus erneut die überdimensionierte und vollkommen fehlplatzierte Planung eines Stadionneubaus im Jahn-Sportpark: Anstatt sich auf die berlinweit dringend notwendige Sportstättensanierung zu konzentrieren, forciert die Senatsverwaltung ein teures Prestigeprojekt in einem hochverdichteten Bezirk. Dabei werden hunderte Millionen Euro an Steuergeldern verschwendet, die an anderer Stelle weitaus dringender gebraucht würden.
Die Bürgerinitiative hält das für unverantwortlich und fordert eine ernsthafte, transparente und unabhängige Prüfung der von ihr erarbeiteten Alternative „RESTART JSP“, die auf einen bedarfsgerechten, nachhaltigen und ressourcenschonenden Umbau des Jahn-Sportparks setzt, statt auf teure Abriss- und Neubauprojekte, deren Nutzen für die breite Stadtgesellschaft fragwürdig bleibt.

