Im Februar/März 2020 fand unter dem Titel „Beteiligungsverfahren der Stadtgesellschaft“ auf Mein.Berlin.de eine Online-Umfrage zum Thema Jahn-Sportpark statt. Im Juni 2020 ist die Befragung ausgewertet, hinterlässt aber, noch bevor man sich mit den Inhalten beschäftigt, ein schales Gefühl:

1. Schon die Online-Befragung zu dem Sportpark, der ein Vorzeigeprojekt der Inklusion werden soll, war nicht barrierefrei! Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert: Bevor durch einen Abriss des Stadions Fakten geschaffen werden, ist eine inklusive und selbstverständlich barrierefreie Beteiligung zu sichern.

2. Die mit der Auswertung der Befragung beauftragten Büros stellen fest, dass allein die Bedarfe des Schulsports der Bezirke Mitte und Prenzlauer Berg die Fläche des Jahnsportparks weit übersteigen. „Mehr als die Fläche eines weiteren Sportparks wäre nötig, allein um nur die Bedarfe des Schulsports zu decken. Darin sind die Bedarfe des Vereins- und Individualsport noch nicht berücksichtigt“. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert angesichts dieser Fakten eine am Bestand orientierte Bedarfsermittlung!

3. Die Naturwiese ist, gleichauf mit dem Kleinen Stadion, die meistgenutzte Fläche und die Fläche mit der weitaus größten Nutzungsvielfalt. Sie zu erhalten ist ebenfalls ein Aspekt der Inklusion, nämlich der vielen Rand- und Individualsportarten, die dort betrieben werden. Sie mit Kunstrasenplätzen zu belegen schließt viele Nutzungen aus. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert den Erhalt dieser nutzungsoffenen und unversiegelten Fläche!

4. Die in der bisherigen Umfrage genannten Defizite der Barrierefreiheit betreffen ausnahmslos die Verkehrsflächen, teilweise außerhalb des Jahnsportparks. Diese Flächen barrierefrei zu gestalten ist ohnehin Aufgabe der Stadt. Hier lässt sich mit überschaubarem Aufwand schnell viel erreichen.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert die Beseitigung dieser Mängel im öffentlichen Raum!

5. Das Stadion war nicht Teil der Befragung und wurde so der Öffentlichkeitsbeteiligung entzogen! Die Senatsverwaltung für Sport und Inneres behauptet in ihrer Stellungnahme, Erhalt und Sanierung des Stadions seien geprüft und für wirtschaftlich nicht vertretbar befunden worden. Diese Prüfung ist nicht nachvollziehbar. Sanierung greift aber ohnehin zu kurz, es sind vielmehr verschiedene Varianten von Umbau und Teilabriss zu prüfen. Verbesserungen des Immissionsschutzes (Lärm und Licht) setzen keinen Neubau voraus, sondern können auch in einen vorhandenen Bau integriert werden, siehe z.B. die nachträgliche Überdachung des Olympiastadions. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert vom Abriss des Stadions Abstand zu nehmen und einen bedarfsgerechten Umbau zu einer inklusiven Sportstätte zu planen!