von Redaktion | Apr. 15, 2026 | Aktuelles, Kommentar, Presse
In der heutigen Sitzung des Hauptausschusse wurde – wieder einmal – über den Bericht der Senatsverwaltung zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark diskutiert. Und der hat es in sich!
Peinlich genug, dass SenSBW innerhalb exakt eines Monats zwei Berichte verfasst hat, weil kosten- wie terminseitig unerfreulicher Korrekturbedarf bestand.
Dass der I. Bauabschnitt – im Wesentlichen der Rückbau des alten Stadions – um vorerst weitere 2 Mio. € teurer wird und mit jetzt prognostizierten 22,4 Mio. € genau 60 % über der ursprünglich veranschlagten Summe liegt, erscheint schon fast wie eine Randnotiz. Gleichwohl sind auch 2 Mio. € eine Menge Geld, das an tausend anderen Stellen im Land Berlin gewinnbringend eingesetzt werden könnte.
Der eigentliche Skandal liegt aber im III. Bauabschnitt, der Ertüchtigung des Sportparks. Das ist also genau der Teil des Projekt, der am stärksten dem Inklusions- und Breitensport dienen könnte. Weil das fragwürdige Profistadion, das auf Basis der geprüften Entwurfsunterlagen auf 207,5 Mio. € geschätzt wird, und der I. Bauabschnitt zusammen bereits knapp 230 Mio. € ausmachen und die Abgeordneten eine Maximalsumme von allerhöchstens 300 Mio. € beschlossen haben, schlägt der Senat Einsparungen beim III. Bauabschnitt vor. Damit wird endgültig deutlich, dass es bei diesem Projekt um chices neues Stadion als Funktionärsleuchtturm geht und mitnichten vorrangig um Inklusionssport.
Anstelle der zuletzt geplanten 119 Mio. € sollen die Kosten des III. Bauabschnitts um schlappe 51 Mio. € auf 68 Mio. € sinken. Wie das gehen soll? Gute Frage.
Schlecht ist allerdings die Antwort, die die Senatsverwaltung darauf gibt. Sie schlägt drei Einsparungen vor:
- Den Verzicht auf das Bürogebäude, irreführend als „Begegnungszentrum“ bezeichnet. Diesen Verzicht hat sie im August auf 17 Mio. € beziffert. Bleiben also noch 34 Mio. €.
- Verzicht auf die Tennishalle. Diese wurde aber stillschweigend bereits 2024 gestrichen. Das ist gut erkennbar im Bebauungsplan, wo sie nicht auftaucht. Also war sie schon längst nicht mehr Teil der 119 Mio. €, die vor einem Jahr ans Abgeordnetenhaus berichtet wurden. Also: Eine komplette Luftnummer!
- Die Reduzierung der Sitzplatzzahl in der Multifunktionshalle von 2.500 auf 1.500 Plätze. Man muss kein Bauexperte sein, um zu erkennen, dass 1.000 Sitzplätze keine 34 Mio. € kosten.
Das Projekt steht somit an einem Scheideweg. Sofern keine Einsparungen am überdimensionierten und möglicherweise insgesamt völlig verzichtbaren Stadion vorgenommen werden, sind Einsparungen in der erforderlichen Größenordnung wohl nur durch Verzicht auf die gleichfalls fragwürdige Multifunktionshalle möglich.
Profisport oder Inklusion? Jetzt heißt es Farbe bekennen!
Foto: Abgeordnetenhaus Berlin / Wikipedia CC BY-SA 4.0
von Redaktion | März 20, 2026 | Presse
Bürgerinitiative Jahnsportpark und NaturFreunde Berlin legen Dienstaufsichtsbeschwerde ein und fordern Baustopp
Berlin, 20. März 2026 – Zum Weltspatzentag schlägt die Bürgerinitiative Jahnsportpark Alarm: Im Sportpark werden seit über einem Jahr kontinuierlich Lebensräume von Haus- und Feldsperlingen und anderen geschützten Vogelarten zerstört. Nach Ansicht der NaturFreunde und der Bürgerinitiative könnte dies einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz darstellen, die zuständige Pankower Untere Naturschutzbehörde (UNB) greift trotzdem nicht ein. Die Bürgerinitiative legt daher eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein und fordert einen Baustopp.
Bereits Anfang 2025 wurden im östlichen Stadionbereich großflächig Gebüsche gerodet, die nachweislich als Ruhestätten und Nahrungshabitate für Sperlingskolonien dienten. Ende Februar 2026 folgten weitere Rodungen im nordwestlichen und südöstlichen Bereich. Diese Flächen wurden zuvor vom Senatsgutachter ausdrücklich als artenschutzrelevante Habitate bezeichnet – und wurden trotzdem zerstört, obwohl sie sich in unmittelbarer Nähe der im Rahmen der CEF-Maßnahmen errichteten Spatzentürme und Nistkästen befanden.
Die Ausgleichsmaßnahmen sollten bestehende Lebensräume sichern – stattdessen wurden genau diese Strukturen beseitigt. Infolge der Rodungen stehen die Ersatznistkästen nun in einer weitestgehend vegetationslosen Umgebung, so dass die getroffenen Ausgleichsmaßnahmen funktionslos geworden sind. Zudem wurden die gesetzlich geschützten Ruhe- und Nahrungsstätten der Haussperlinge zerstört, ohne dass ein in solchen Fällen gesetzlich vorgesehenes Ausnahmeverfahren von der UNB Pankow eingeleitet wurde.
Die Folgen sind bereits sichtbar: Nach Beobachtungen der Bürgerinitiative ist die Population der Haus- und Feldsperlinge deutlich zurückgegangen, nicht zuletzt auch infolge der Zerstörung von wichtigen Grünstrukturen im angrenzenden Mauerpark. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der jüngsten NABU-Zählung, die einen dramatischen Rückgang der Berliner Spatzen um 45% belegt. Die UNB meldet hingegen eine Zunahme des Haussperlingsbestands im Jahnsportpark – eine wahrlich wundersame Vermehrung.
Besonders irritierend fällt der Vergleich mit anderen Projekten im Bezirk aus: So wurde im sog. Grünen Kiez am Pankower Schlosspark ein Bauvorhaben aufgrund artenschutzrechtlicher Konflikte gestoppt. Die UNB und das Verwaltungsgericht ordneten dort u. a. Baustopp und vorgezogene Ersatzpflanzungen an. Während im Grünen Kiez konsequent geprüft und eingeschritten wurde, schaut die Naturschutzbehörde im Jahnsportpark konsequent weg. Es entsteht der Eindruck: Artenschutz ist nur dann relevant, wenn es politisch opportun ist.
Mitglieder der Initiative haben die Behörde wiederholt über Rodungen und Habitatverluste informiert und umfangreiche Dokumentationen übermittelt. Eine erkennbare Reaktion blieb bislang aus. Die Bürgerinitiative und die NaturFreunde halten dieses Vorgehen für nicht akzeptabel und fordern eine Prüfung der Vorgänge im Rahmen einer Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Pankower Naturschutzbehörde.
Die Initiative fordert zudem:
- eine sofortige Prüfung der erfolgten Rodungen durch einen unabhängigen Gutachter,
- die Einleitung eines artenschutzrechtlichen Ausnahmeverfahrens, falls die eingetrete-nen Verbotstatbestände bestätigt werden,
- die sofortige Umsetzung wirksamer Sofortmaßnahmen zum Schutz der verbliebenen Sperlingskolonien,
- die Prüfung des gesamten B Plans 3 87 im Hinblick auf Arten-, Natur- und Klimaschutz.
Artenschutzrecht darf nicht nach Lust und Laune ausgesetzt werden. Wenn dokumentierte Habitatverluste folgenlos bleiben, wird der gesetzliche Schutz faktisch ausgehöhlt und es entsteht der Eindruck, dass für politische Großprojekte andere Regeln gelten. Folgt nach der Mogelpackung Inklusion nun die Mogelpackung Artenschutz? An Belegen dafür, dass es dem Senat und dem SPD-Bausenator nie wirklich um den Schutz von Vögeln und Grünflächen ging, mangelt es jedenfalls nicht.
Haussperlinge gelten als Bioindikatoren für den Zustand von Artenvielfalt und Landschaftsqualität in Siedlungen. Die biologische Vielfalt in Städten ist für die Stadtbewohner*innen wichtig, Stadtnatur trägt zur Klimaanpassung bei, fördert menschliches Wohlbefinden und ein gesundes Lebensumfeld. Wir fordern, dass die Ziele der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+, die der Senat beschlossen hat, endlich bei der Entwicklung der Stadt konsequent umgesetzt werden.
von Redaktion | Feb. 10, 2026 | Presse
Senat setzt auf Eskalation statt Verantwortung – Bürgerinitiative fordert Asbest-Monitoring, Verzicht auf die Sprengung und ein planerisches Umdenken
Für Donnerstag, den 12.02.2026, ist im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die Sprengung von zwei Flutlichtmasten geplant.
Es wurde ein weiträumiger Sperrkreis angekündigt, der den Jahn-Sportpark (inkl. Max-Schmeling-Halle) sowie einen Teil des Mauerparks betrifft. In der Zeit von 7 Uhr bis ca. 12 Uhr ist keine Durchquerung möglich.
Die Information der Bürger:innen soll erst am Mittwoch – einen Tag vor der geplanten Sprengung – erfolgen.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark protestiert entschieden gegen dieses brachiale Vorgehen. Die Flutlichtmasten sind kein „Schrott“, sondern Wahrzeichen, Orientierungspunkte und Träger von kollektiver Erinnerung für Nachbar:innen und Nutzer:innen dieses Ortes. Ihre Sprengung ist keine neutrale Baumaßnahme, sondern führt zu einem irreversiblen Verlust, der das Quartier weiter entfremdet und die Geschichte dieses Stadions buchstäblich in die Luft jagt.
Sicherheits- und Gesundheitsrisiken: Asbest ernst nehmen – nicht wegmoderieren
Die Bürgerinitiative fordert einen Verzicht auf die geplanten Sprengungen. Bei vorherigen Abrissarbeiten wurde wiederholt und „überraschend“ Asbest gefunden – vermutlich sogar freigesetzt. Vor diesem Hintergrund ist das geplante Vorgehen per Sprengung aus Sicht der Bürgerinitiative fahrlässig.
Die Senatsverwaltung darf nicht die Gesundheit der Sporttreibenden und Anwohnenden leichtfertig aufs Spiel setzen. Es müssen Alternativen gewählt werden, die eine Freisetzung von Asbest sicher ausschließen können. Eine Sprengung kann dies nicht leisten.
Bürgerinitiative fordert Stopp von „teurem Prestigeprojekt“ und Prüfung ihres Alternativkonzepts „RESTART JSP“
Die Bürgerinitiative kritisiert darüber hinaus erneut die überdimensionierte und vollkommen fehlplatzierte Planung eines Stadionneubaus im Jahn-Sportpark: Anstatt sich auf die berlinweit dringend notwendige Sportstättensanierung zu konzentrieren, forciert die Senatsverwaltung ein teures Prestigeprojekt in einem hochverdichteten Bezirk. Dabei werden hunderte Millionen Euro an Steuergeldern verschwendet, die an anderer Stelle weitaus dringender gebraucht würden.
Die Bürgerinitiative hält das für unverantwortlich und fordert eine ernsthafte, transparente und unabhängige Prüfung der von ihr erarbeiteten Alternative „RESTART JSP“, die auf einen bedarfsgerechten, nachhaltigen und ressourcenschonenden Umbau des Jahn-Sportparks setzt, statt auf teure Abriss- und Neubauprojekte, deren Nutzen für die breite Stadtgesellschaft fragwürdig bleibt.
von Redaktion | Feb. 6, 2026 | Aktuelles, Kommentar
Der Berliner Senat hat im Januar 2026 beim Bund Fördermittel aus dem Programm Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS) für eine Umwandlung der Sportwiese im Jahnsportpark in einen Kunstrasenplatz beantragt. Mit den Fördermitteln soll dieses Vorhaben aus dem 3. Bauabschnitt vorgezogen und bereits in den Jahren 2027 /2028 umgesetzt werden.
Dieser Antrag des Senates ist in vielerlei Hinsicht infam und unaufrichtig:
- Mit dem Titel „Sanierung und Erweiterung der Sportwiese“ im Jahnsportpark wird irreführend suggeriert, dass die bestehende Sportwiese saniert und vergrößert wird. In Wahrheit soll sie mit den Fördermitteln zu zwei Dritteln mit Kunststoffflächen versiegelt werden. Das ist weder eine Sanierung noch eine Erweiterung.
- Die Schaffung eines Kunststoffplatzes nur für Hockey und Fußball stellt auch in sportfunktionaler Hinsicht keine Erweiterung dar. Vielmehr erfolgt eine Beschränkung auf zwei vorgegebene Sportarten gegenüber einer heutigen Nutzung mit etwa zehnmal so vielen Sportarten. Die heutige Multicodierung und Offenheit für neue Sportarten gehen verloren.
- Die Finanzierung des Bundesprogramms erfolgt aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Die Versiegelung einer Naturwiese durch einen Kunstrasen mit dem entsprechenden Unterbau ist jedoch nicht klimaneutral, sondern klimaschädlich. Kunststoffplätze sind pflanzenfrei, erlauben kaum Rückverdunstung von Niederschlägen und heizen extrem stark auf (ca. 25 K mehr als die Sportwiese). Mitten in der anerkannten Hitzeinsel Cantian- und Gaudystraße widerspricht das allen Beschlüssen und Planungshinweisen zum Klimaschutz und konterkariert in gesundheitsgefährdender Weise den überfälligen Hitzeplan der Senatsverwaltung.
- Mit dem SKS-Programm soll ausnahmslos die Sanierung bestehender Sportstätten gefördert werden. Neubauten sind nicht förderfähig. Bei diesem Vorhaben des Senats handelt es sich aber eindeutig um einen reinen Neubau und nicht um die Sanierung oder Wiederherstellung einer bestehenden Sportfläche.
- Mit den SKS-Programmmitteln sollen Vorhaben gefördert werden, die „von besonderer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ sind. Der Antrag des Senats zielt auf das Gegenteil. Die bestehende Sportwiese ist von herausragender Bedeutung für den informellen Breitensport. Auf der Wiese treiben Bürger:innen eine Vielzahl von Sportarten, individuell und in selbstorganisierten Gruppen. Auch Vereine weichen mitunter auf diese Fläche mit Trainingseinheiten aus.
Der Senat plant gemäß des Gestaltungs- und Entwicklungsleitfadens für den Jahnsportpark die Schaffung eines weiteren wettkampftauglichen Kunstrasen-Spielfelds nur für Fußball und Hockey. Nur so weit die Fläche nicht von Vereinen genutzt wird, steht sie auch dem informellen Breitensport zur Verfügung.
Fazit: Mit Fördermitteln des Bundes beabsichtigt der Senat die ökologische und klimatische Qualität der Sportwiese und die vielfältige Nutzbarkeit für den allgemeinen selbstorganisierten Freizeitsport zu minimieren. Dagegen erheben wir entschieden Widerspruch und fordern die Politiker:innen im Abgeordnetenhaus und im Bundestag auf, diesem sportpolitisch völlig desorientierten Senat die rote Karte zu zeigen.
Wir halten über das konkrete Projekt hinaus auch den vorsätzlich irreführenden Sprachgebrauch für einen Skandal. Wer Sprache so missbraucht, untergräbt das Vertrauen in die Demokratie und darf sich über Politikverdruss nicht wundern.
Der Titel dieses Förderantrags stellt eine Respektlosigkeit gegenüber dem Souverän, den Abgeordneten des Deutschen Bundestags, und gegenüber der Öffentlichkeit dar.
Wir fordern die Senatsverwaltung auf, wieder zu einem sachlichen und transparenten Kommunikationsstil zurückzukehren.
von Redaktion | Dez. 7, 2025 | Aktuelles
Die weiteren Asbestfunde und der Umgang des Senats damit zeigen: Die Gesundheitsrisiken für Anwohnerinnen und Sportlerinnen werden verharmlost, Schutzmaßnahmen verzögert und Transparenz nur auf Druck der Öffentlichkeit hergestellt.
Die BI Jahnsportpark fordert deshalb klar: Kein weiterer Abriss ohne konsequenten Gesundheitsschutz, unabhängige Messungen, vollständige, staubdichte Einhausung der Schutthaufen und der Tribünenreste mit Unterdruckhaltung statt offener Lagerung unter Planen im Freien und einen grundlegenden Kurswechsel beim gesamten Stadionprojekt.
Asbest-Drama kommt nicht überraschend
Die BI Jahnsportpark hatte schon im Frühjahr Strafanzeige gegen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gestellt, parallel dazu ging eine Beschwerde an die Umweltverwaltung. Hintergrund war, dass seit Ende Januar das Osttribünengebäude über gut zwei Monate praktisch ohne wirksame Staubschutzmaßnahmen abgerissen wurde – mitten im Wohngebiet und direkt neben intensiv genutzten Sportanlagen.
Beim Abriss wurden schwach gebundene Asbestbaustoffe entdeckt, also besonders gefährliche Materialien, deren Fasern sich leicht lösen und beim Einatmen Krebs und schwere Lungenerkrankungen auslösen können. Die Senatsverwaltung erklärt, diese Stoffe seien im „zur Bauzeit verbrachten Bauschutt“ enthalten gewesen, was eher auf eine unzureichende frühere Schadstoffsanierung als auf einen „zufälligen“ Fund hindeutet.
Unzureichende Sicherung mitten im Wohnkiez
Trotz der bekannten Gefährlichkeit von Asbest lief der Abriss lange mit freiliegenden Schutthaufen, provisorischen Planen und nur punktuellem Wassernebel, obwohl die Gefahrstoffverordnung eine staubdichte Abtrennung und Unterdruckhaltung vorschreibt. Am 2. Mai wurden vom Wind gelöste Abdeckplanen von der Bürgerinitiative dokumentiert, unter denen asbesthaltiger Schutt offen lag. Erst Tage später wurde der Asbest wieder abgedeckt, während der Kiez über Wochen der Staubentwicklung ausgesetzt war. Die Unsicherheit in der Anwohnerschaft ist groß, viele Eltern lassen ihre nicht mehr in dem Sportpark trainieren.
Insgesamt wurden bisher rund 2100 Tonnen asbesthaltiger Bauschutt festgestellt, von denen etwa 2000 Tonnen bereits auf eine Sondermülldeponie gebracht wurden. Rund 100 Tonnen lagern weiterhin im östlichen Tribünengebäude – direkt am Mauerpark und damit im Herzen eines dicht bewohnten Quartiers. Der Abtransport soll sich bis voraussichtlich Februar 2026 hinziehen.
Forderungen der BI Jahnsportpark
- Vollständige, staubdichte Einhausung der Schutthaufen und der Tribünenreste mit Unterdruckhaltung statt offener Lagerung unter Planen im Freien
- Information aller Sportvereine, der informell Sport treibenden Menschen und der Anwohnerschaft über das möglicherweise seit Monaten bestehende Gesundheitsrisiko sowie die Veröffentlichung sämtlicher Befunde zur Asbestbelastung.
- Konsequenzen für das Stadionprojekt
Die Asbestaffäre macht deutlich, dass ein überdimensionierter Stadionneubau an dieser Stelle den Termin- und Kostenplänen Vorrang vor Gesundheits- und Umweltschutz gibt. Ein Senat, der bei einem bekannten Krebsgift im dicht besiedelten Quartier zögerlich, intransparent und unterhalb der geltenden Standards handelt, ist mit einem Großneubau am Jahn-Sportpark offenkundig überfordert.
Die BI Jahnsportpark fordert daher, die Planungen für den aktuellen Stadionneubau zu stoppen und durch ein kleineres, stadtverträgliches Projekt wie z.B. RESTART JSP zu ersetzen, das den Bedarf von Vereinen, Schulen, Kitas und Nachbarschaft in den Mittelpunkt stellt – mit Gesundheitsschutz als nicht verhandelbarer Grundlage.
Bis dahin gilt: Abrissstopp jetzt, unabhängige Aufklärung und echte Schutzmaßnahmen, statt Schönreden und Gefährdung der Menschen im und rund um den Jahn-Sportpark.