Hitzewelle macht deutlich: Senat will Pankow zur Hitzeinsel machen

Hitzewelle macht deutlich: Senat will Pankow zur Hitzeinsel machen

Eigene Messungen belegen 29 Grad Unterschied zwischen Naturwiese und Kunstrasen – Bürgerinitiative fordert sofortigen Planungsstopp

Während Berlin in dieser Woche unter einer anhaltenden Hitzewelle leidet, hat die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark eigene Temperaturmessungen auf dem Gelände des Jahn-Sportparks in Pankow durchgeführt – mit einem alarmierenden Ergebnis:

29 Grad Unterschied: Auf derselben Anlage, bei denselben Wetterbedingungen.

Die Oberflächentemperatur auf der natürlichen Sportwiese betrug 43 Grad Celsius. Auf einer benachbarten Kunstrasenfläche maß die Bürgerinitiative zur gleichen Zeit 72 Grad Celsius.

Senatsplanung sieht Versiegelung der Sportwiese ab 2027 vor

Genau diese Naturwiese soll nach den aktuellen Plänen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ab 2027 im Zuge des geplanten Stadionneubaus am Jahn-Sportpark versiegelt und durch Kunstrasen ersetzt werden. Unter dem Titel „Sanierung und Erweiterung” werden Eingriffe geplant, die nach Einschätzung der Bürgerinitiative die klimatischen und sozialen Qualitäten des Geländes dauerhaft zerstören würden.

Die Sportwiese ist heute die meistgenutzte Fläche des gesamten Jahn-Sportparks. Täglich treiben dort rund 20 verschiedene Sportgruppen Sport – Yoga, Tai Chi, American Football, Rugby, Kampfsport, Frisbee und mehr. Der Zugang ist kostenlos, vereinsunabhängig und barrierefrei. Die Fläche gilt als einziger barfußtauglicher Sportplatz Berlins.

Drastische Klimatische Folgen für den Kiez

Prenzlauer Berg und Pankow gehören bereits heute zu den Berliner Kiezen mit der höchsten Hitzebelastung. Grünflächen, die Verdunstungskälte erzeugen und den Boden atmen lassen, sind in diesem Kontext keine Freizeitoption – sie sind Teil der städtischen Klimainfrastruktur.

Ist die Fläche einmal unter Kunstrasengranulat und Kunststoffbelag verschwunden, lässt sich das nicht rückgängig machen. Kein Stadtentwicklungsplan und kein Förderprogramm bringt gewachsenen Boden zurück, der einmal versiegelt wurde.

Forderungen der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark fordert:

  • den sofortigen Stopp der laufenden Ausschreibung für den Stadionneubau,
  • den dauerhaften Erhalt der Naturwiese als offene, kostenlose und klimawirksame Fläche,
  • den Verzicht auf jede weitere Versiegelung des Geländes,
  • eine transparente Überprüfung der Planungen unter Beteiligung des Bezirks Pankow und der Stadtgesellschaft.
Jahnsportpark: Plastikrasen statt Naturwiese

Jahnsportpark: Plastikrasen statt Naturwiese

Die Sportwiese im Jahn-Sportpark soll ab 2027 unter Kunstrasen verschwinden – Bürgerinitiative fordert Stopp der geplanten Versiegelung

Im Pankower Jahn-Sportpark soll ab 2027 eine der meistgenutzten Flächen auf dem Gelände zubetoniert werden. Unter dem beschönigenden Titel „Sanierung und Erweiterung der Sportwiese“ plant das Land Berlin tatsächlich ihre Versiegelung: Mindestens zwei Drittel der rund 10.000 m² großen Wiese sollen einem Kunstrasenplatz weichen. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert sofortigen Stopp und hält das Vorhaben für einen klimaschädlichen Etikettenschwindel auf Kosten der Anwohnerschaft und des Bezirks. Die Zeit drängt: Laut Förderbedingungen soll das Projekt bereits 2027 beginnen.

Kein „Sanieren“, kein „Erweitern“ – sondern Versiegeln

Der offizielle Projekttitel ist irreführend. Geplant ist weder eine Sanierung noch eine Erweiterung, sondern der Neubau eines mindestens 6.500 m² großen Kunstrasen-Großspielfelds. Die Wiese soll dabei auf rund 30% ihrer heutigen Größe geschrumpft werden. Finanziert werden soll die Versiegelung ausgerechnet aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), mit einer Fördersumme von rund 1,3 Millionen Euro. „Klimaneutrale“ Mittel für die Versiegelung einer Naturwiese einzusetzen, steht im Widerspruch zum Zweck des Programms, Neubauten sind ebenfalls nicht förderfähig. Hinzu kommt, dass von den vom Bezirk Pankow eingereichten Sanierungsprojekten kein einziges im Rahmen des SKS- Programms Förderung bekommen hat, aus unerklärlichen Gründen wird nur das vom Senat eingereichte Versiegelungsprojekt gefördert. Dabei fehlt jeder Euro, der hier investiert wird, anderswo – bei den vielen Sportstätten in der Stadt, die tatsächlich sanierungsbedürftig sind.

Eine Wiese, die mehr leistet als der gesamte Sportpark

Die Sportwiese ist niedrigschwellig, offen, kostenfrei, naturnah und damit eine ideale Ergänzung zu den übrigen Angeboten des Jahnsportparks. Rund 20 verschiedene Sportarten finden hier statt: Vom Yoga über Frisbee bis zu American Football und Rugby. Die Wiese ist offen für alle: Kinder, Senior*innen, Familien, Menschen mit Behinderung, Vereinssport und vereinsungebundenen Freizeitsport. Genau hier liegt der zynische Kern des Vorhabens: Das Land Berlin verkauft das Vorhaben als einen Schritt zu einer „inklusiven Sportanlage“ und zerstört dafür einen Ort, der bereits heute gelebte Inklusion ist.

Dieser Wert ist vielfach belegt: Über 1.000 Menschen unterzeichneten 2023 binnen kürzester Zeit eine Petition für ihren Erhalt. Auch das Bezirksamt Pankow mahnte im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan 3-87: „Weiterhin ist der Erhalt der Sportwiese anzustreben, sie entlastet den Mauerpark und mindert Nutzungskonflikte.” [1]

Hitzeinsel statt Klimaanpassung

In Zeiten von Hitzesommern ist die Versiegelung der Wiese auch ein klimapolitischer Offenbarungseid. Messungen der Bürgerinitiative an Hitzetagen belegen: Während sich die Naturwiese auf rund 39 °C erwärmt, heizen sich Kunstrasenflächen zur gleichen Zeit auf bis zu 65 °C auf. Die Wiese kühlt ihre Umgebung durch Verdunstung, ein Kunstrasen kann das nicht leisten. Auch hierzu äußerte sich das Pankower Gesundheitsamt kritisch: „Die aktuelle Hitzebelastung für dieses Gebiet ist bereits erhöht und eine Bodenentsiegelung, nicht eine Verdichtung durch die Bebauung, wären daher aus gesundheitlichen Aspekten zu fordern. [Es ist] zu überlegen, die Nutzung auf lokal zu nutzende Sportangebote zu begrenzen und den Anteil an unversiegelten Grünflächen zu erhöhen.“ [2]

Faktencheck: Gebrochene Zusagen

Senatsvertreterinnen haben den Erhalt der Wiese öffentlich zugesichert. So erklärte Staatssekretärin Nicola Böcker-Giannini: „Bei der Sportwiese ist es ganz klar so ausgewiesen, dass sie in einer vergleichbaren Größe geplant wird”, Staatssekretärin Petra Kahlfeldt versicherte: „der Erhalt der Sportwiese oder die Schaffung eines vergleichbaren Angebots in mindestens gleicher Größe und Qualität”[3] sei aufgenommen. Statt „vergleichbarer Größe” ist nun eine Verkleinerung auf rund ein Drittel geplant, statt „gleicher Qualität” ein Kunstrasen. Mit der ab 2027 geplanten Versiegelung werden diese Versprechen damit gebrochen.

Ein Neustart ohne Stadionneubau – mehr Platz für Vereine und Bürger

Bislang wurde in allen Planungen unhinterfragt am Neubau eines Stadions festgehalten. Dabei lohnt es sich, diese Prämisse grundsätzlich zu hinterfragen. Weder das alte noch das geplante neue Stadion war oder wäre je wirklich ausgelastet. Gigantische Summen für ein Bauwerk, das an den meisten Tagen des Jahres leer steht – während gleichzeitig eine der beliebtesten Freiflächen des Kiezes versiegelt werden soll.

Ein Verzicht auf den Stadionneubau böte eine echte Alternative: Auf der freiwerdenden Fläche ließen sich gleich mehrere neue Sportplätze sowie weitere Infrastruktur für Vereine, Schulen und Bürger*innen schaffen. Die Naturwiese könnte vollständig erhalten bleiben und den Berliner Sporttreibenden könnte insgesamt weit mehr angeboten werden als je zuvor. Nicht zuletzt könnten erhebliche Haushaltsmittel eingespart werden – ein wichtiger Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.

Wir fordern:

  • den sofortigen Stopp aller Pläne zur Versiegelung der Sportwiese und den vollständigen Erhalt in ihrer heutigen Größe und Beschaffenheit,
  • den Verzicht auf Bundes- und Landesmittel für ein klimaschädliches und nicht nachhaltiges Versiegelungsprojekt,
  • eine ergebnisoffene Prüfung des B-Plans sowie der vorliegenden alternativen Konzepte, die für Kostenersparnis, Schaffung von zusätzlichen Sportflächen und Nachhaltigkeit stehen und aufzeigen, dass eine Modernisierung des Sportparks auch ohne einen kostenintensiven Stadionneubau möglich ist.

Quellen:
[1] S. 590, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
[2] S. 649-650, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
[3] Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=5antL7wTcS4; Protokoll: https://www.parlament-berlin.de/ados/19/Sport/protokoll/sp19-006-wp.pdf

Luftbuchungen zu Lasten der Inklusion

Luftbuchungen zu Lasten der Inklusion

In der heutigen Sitzung des Hauptausschusse wurde – wieder einmal – über den Bericht der Senatsverwaltung zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark diskutiert. Und der hat es in sich!

Peinlich genug, dass SenSBW innerhalb exakt eines Monats zwei Berichte verfasst hat, weil kosten- wie terminseitig unerfreulicher Korrekturbedarf bestand.

Dass der I. Bauabschnitt – im Wesentlichen der Rückbau des alten Stadions – um vorerst weitere 2 Mio. € teurer wird und mit jetzt prognostizierten 22,4 Mio. € genau 60 % über der ursprünglich veranschlagten Summe liegt, erscheint schon fast wie eine Randnotiz. Gleichwohl sind auch 2 Mio. € eine Menge Geld, das an tausend anderen Stellen im Land Berlin gewinnbringend eingesetzt werden könnte.

Der eigentliche Skandal liegt aber im III. Bauabschnitt, der Ertüchtigung des Sportparks. Das ist also genau der Teil des Projekt, der am stärksten dem Inklusions- und Breitensport dienen könnte. Weil das fragwürdige Profistadion, das auf Basis der geprüften Entwurfsunterlagen auf 207,5 Mio. € geschätzt wird, und der I. Bauabschnitt zusammen bereits knapp 230 Mio. € ausmachen und die Abgeordneten eine Maximalsumme von allerhöchstens 300 Mio. € beschlossen haben, schlägt der Senat Einsparungen beim III. Bauabschnitt vor. Damit wird endgültig deutlich, dass es bei diesem Projekt um chices neues Stadion als Funktionärsleuchtturm geht und mitnichten vorrangig um Inklusionssport.

Anstelle der zuletzt geplanten 119 Mio. € sollen die Kosten des III. Bauabschnitts um schlappe 51 Mio. € auf 68 Mio. € sinken. Wie das gehen soll? Gute Frage.

Schlecht ist allerdings die Antwort, die die Senatsverwaltung darauf gibt. Sie schlägt drei Einsparungen vor:

  1. Den Verzicht auf das Bürogebäude, irreführend als „Begegnungszentrum“ bezeichnet. Diesen Verzicht hat sie im August auf 17 Mio. € beziffert. Bleiben also noch 34 Mio. €.
  2. Verzicht auf die Tennishalle. Diese wurde aber stillschweigend bereits 2024 gestrichen. Das ist gut erkennbar im Bebauungsplan, wo sie nicht auftaucht. Also war sie schon längst nicht mehr Teil der 119 Mio. €, die vor einem Jahr ans Abgeordnetenhaus berichtet wurden. Also: Eine komplette Luftnummer!
  3. Die Reduzierung der Sitzplatzzahl in der Multifunktionshalle von 2.500 auf 1.500 Plätze. Man muss kein Bauexperte sein, um zu erkennen, dass 1.000 Sitzplätze keine 34 Mio. € kosten.

Das Projekt steht somit an einem Scheideweg. Sofern keine Einsparungen am überdimensionierten und möglicherweise insgesamt völlig verzichtbaren Stadion vorgenommen werden, sind Einsparungen in der erforderlichen Größenordnung wohl nur durch Verzicht auf die gleichfalls fragwürdige Multifunktionshalle möglich.

Profisport oder Inklusion? Jetzt heißt es Farbe bekennen!

Foto: Abgeordnetenhaus Berlin / Wikipedia CC BY-SA 4.0

Zum Weltspatzentag: Rodungen im Jahnsportpark

Zum Weltspatzentag: Rodungen im Jahnsportpark

Bürgerinitiative Jahnsportpark und NaturFreunde Berlin legen Dienstaufsichtsbeschwerde ein und fordern Baustopp

Berlin, 20. März 2026 – Zum Weltspatzentag schlägt die Bürgerinitiative Jahnsportpark Alarm: Im Sportpark werden seit über einem Jahr kontinuierlich Lebensräume von Haus- und Feldsperlingen und anderen geschützten Vogelarten zerstört. Nach Ansicht der NaturFreunde und der Bürgerinitiative könnte dies einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz darstellen, die zuständige Pankower Untere Naturschutzbehörde (UNB) greift trotzdem nicht ein. Die Bürgerinitiative legt daher eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein und fordert einen Baustopp.

Bereits Anfang 2025 wurden im östlichen Stadionbereich großflächig Gebüsche gerodet, die nachweislich als Ruhestätten und Nahrungshabitate für Sperlingskolonien dienten. Ende Februar 2026 folgten weitere Rodungen im nordwestlichen und südöstlichen Bereich. Diese Flächen wurden zuvor vom Senatsgutachter ausdrücklich als artenschutzrelevante Habitate bezeichnet – und wurden trotzdem zerstört, obwohl sie sich in unmittelbarer Nähe der im Rahmen der CEF-Maßnahmen errichteten Spatzentürme und Nistkästen befanden.

Die Ausgleichsmaßnahmen sollten bestehende Lebensräume sichern – stattdessen wurden genau diese Strukturen beseitigt. Infolge der Rodungen stehen die Ersatznistkästen nun in einer weitestgehend vegetationslosen Umgebung, so dass die getroffenen Ausgleichsmaßnahmen funktionslos geworden sind. Zudem wurden die gesetzlich geschützten Ruhe- und Nahrungsstätten der Haussperlinge zerstört, ohne dass ein in solchen Fällen gesetzlich vorgesehenes Ausnahmeverfahren von der UNB Pankow eingeleitet wurde.

Die Folgen sind bereits sichtbar: Nach Beobachtungen der Bürgerinitiative ist die Population der Haus- und Feldsperlinge deutlich zurückgegangen, nicht zuletzt auch infolge der Zerstörung von wichtigen Grünstrukturen im angrenzenden Mauerpark. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der jüngsten NABU-Zählung, die einen dramatischen Rückgang der Berliner Spatzen um 45% belegt.  Die UNB meldet hingegen eine Zunahme des Haussperlingsbestands im Jahnsportpark – eine wahrlich wundersame Vermehrung.

Besonders irritierend fällt der Vergleich mit anderen Projekten im Bezirk aus: So wurde im sog. Grünen Kiez am Pankower Schlosspark ein Bauvorhaben aufgrund artenschutzrechtlicher Konflikte gestoppt. Die UNB und das Verwaltungsgericht ordneten dort u. a. Baustopp und vorgezogene Ersatzpflanzungen an. Während im Grünen Kiez konsequent geprüft und eingeschritten wurde, schaut die Naturschutzbehörde im Jahnsportpark konsequent weg. Es entsteht der Eindruck: Artenschutz ist nur dann relevant, wenn es politisch opportun ist.

Mitglieder der Initiative haben die Behörde wiederholt über Rodungen und Habitatverluste informiert und umfangreiche Dokumentationen übermittelt. Eine erkennbare Reaktion blieb bislang aus. Die Bürgerinitiative und die NaturFreunde halten dieses Vorgehen für nicht akzeptabel und fordern eine Prüfung der Vorgänge im Rahmen einer Dienst- und Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Pankower Naturschutzbehörde.

Die Initiative fordert zudem:

  • eine sofortige Prüfung der erfolgten Rodungen durch einen unabhängigen Gutachter,
  • die Einleitung eines artenschutzrechtlichen Ausnahmeverfahrens, falls die eingetrete-nen Verbotstatbestände bestätigt werden,
  • die sofortige Umsetzung wirksamer Sofortmaßnahmen zum Schutz der verbliebenen Sperlingskolonien,
  • die Prüfung des gesamten B Plans 3 87 im Hinblick auf Arten-, Natur- und Klimaschutz.

Artenschutzrecht darf nicht nach Lust und Laune ausgesetzt werden. Wenn dokumentierte Habitatverluste folgenlos bleiben, wird der gesetzliche Schutz faktisch ausgehöhlt und es entsteht der Eindruck, dass für politische Großprojekte andere Regeln gelten. Folgt nach der Mogelpackung Inklusion nun die Mogelpackung Artenschutz? An Belegen dafür, dass es dem Senat und dem SPD-Bausenator nie wirklich um den Schutz von Vögeln und Grünflächen ging, mangelt es jedenfalls nicht.

Haussperlinge gelten als Bioindikatoren für den Zustand von Artenvielfalt und Landschaftsqualität in Siedlungen. Die biologische Vielfalt in Städten ist für die Stadtbewohner*innen wichtig, Stadtnatur trägt zur Klimaanpassung bei, fördert menschliches Wohlbefinden und ein gesundes Lebensumfeld. Wir fordern, dass die Ziele der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030+, die der Senat beschlossen hat, endlich bei der Entwicklung der Stadt konsequent umgesetzt werden.

Jahnsportpark: Sprengung der Flutlichtmasten stoppen!

Jahnsportpark: Sprengung der Flutlichtmasten stoppen!

Senat setzt auf Eskalation statt Verantwortung – Bürgerinitiative fordert Asbest-Monitoring, Verzicht auf die Sprengung und ein planerisches Umdenken

Für Donnerstag, den 12.02.2026, ist im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die Sprengung von zwei Flutlichtmasten geplant.

Es wurde ein weiträumiger Sperrkreis angekündigt, der den Jahn-Sportpark (inkl. Max-Schmeling-Halle) sowie einen Teil des Mauerparks betrifft. In der Zeit von 7 Uhr bis ca. 12 Uhr ist keine Durchquerung möglich.

Die Information der Bürger:innen soll erst am Mittwoch – einen Tag vor der geplanten Sprengung – erfolgen.

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark protestiert entschieden gegen dieses brachiale Vorgehen. Die Flutlichtmasten sind kein „Schrott“, sondern Wahrzeichen, Orientierungspunkte und Träger von kollektiver Erinnerung für Nachbar:innen und Nutzer:innen dieses Ortes. Ihre Sprengung ist keine neutrale Baumaßnahme, sondern führt zu einem irreversiblen Verlust, der das Quartier weiter entfremdet und die Geschichte dieses Stadions buchstäblich in die Luft jagt.

Sicherheits- und Gesundheitsrisiken: Asbest ernst nehmen – nicht wegmoderieren

Die Bürgerinitiative fordert einen Verzicht auf die geplanten Sprengungen. Bei vorherigen Abrissarbeiten wurde wiederholt und „überraschend“ Asbest gefunden – vermutlich sogar freigesetzt. Vor diesem Hintergrund ist das geplante Vorgehen per Sprengung aus Sicht der Bürgerinitiative fahrlässig.

Die Senatsverwaltung darf nicht die Gesundheit der Sporttreibenden und Anwohnenden leichtfertig aufs Spiel setzen. Es müssen Alternativen gewählt werden, die eine Freisetzung von Asbest sicher ausschließen können. Eine Sprengung kann dies nicht leisten.

Bürgerinitiative fordert Stopp von „teurem Prestigeprojekt“ und Prüfung ihres Alternativkonzepts „RESTART JSP“

Die Bürgerinitiative kritisiert darüber hinaus erneut die überdimensionierte und vollkommen fehlplatzierte Planung eines Stadionneubaus im Jahn-Sportpark: Anstatt sich auf die berlinweit dringend notwendige Sportstättensanierung zu konzentrieren, forciert die Senatsverwaltung ein teures Prestigeprojekt in einem hochverdichteten Bezirk. Dabei werden hunderte Millionen Euro an Steuergeldern verschwendet, die an anderer Stelle weitaus dringender gebraucht würden.

Die Bürgerinitiative hält das für unverantwortlich und fordert eine ernsthafte, transparente und unabhängige Prüfung der von ihr erarbeiteten Alternative „RESTART JSP“, die auf einen bedarfsgerechten, nachhaltigen und ressourcenschonenden Umbau des Jahn-Sportparks setzt, statt auf teure Abriss- und Neubauprojekte, deren Nutzen für die breite Stadtgesellschaft fragwürdig bleibt.

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