von Redaktion | Aug. 25, 2026 | Aktuelles
Wir demonstrieren dort, worum es geht: auf der Sportwiese
Freitag, 28. August 2026 · 17 Uhr · Sportwiese im Jahnsportpark
Rund zwei Drittel der Sportwiese sollen zerstört und zu einem Kunstrasenplatz versiegelt werden. Auch die Fällung weiterer Bäume ist weiterhin im Gespräch. Der verbleibende Rest verliert durch die Aufteilung seinen Wert als zusammenhängende, frei nutzbare Fläche. Freizeitsportler:innen verlieren damit wichtigen Raum, und der Park büßt weiter seine Funktion als kühlende Grünfläche an heißen Tagen ein.
Dazu kommt: Das Umwelt- und Naturschutzamt Pankow bewertet den geplanten Kunstrasen artenschutzrechtlich als „grundsätzlich unzulässig“. Trotzdem hält der Senat an den Plänen fest.
Wir sagen: Keine weitere Versiegelung! Sportwiese erhalten!
Kommt vorbei
Kommt zur Demonstration und setzt gemeinsam mit uns ein Zeichen – für Klima- und Naturschutz, für freien Sport und für einen zukunftsfähigen Jahnsportpark.
Bringt mit, wofür ihr die Wiese nutzt: Matten, Bälle, Frisbees, Nachbarinnen und Nachbarn.
Teilt den Termin, nutzt den Hashtag #SportwieseForFuture, bringt Leute mit.
Je sichtbarer diese Wiese ist, desto schwerer lässt sie sich überbauen.
von Redaktion | Aug. 24, 2026 | Aktionen, Presse
Der Senator kam für Bilder vom Baufortschritt. Bekommen hat er Bilder von Protest!
Am Montag haben wir gemeinsam mit den NaturFreunden Berlin und NOlympia im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen die geplante Versiegelung der Sportwiese und den Stadionneubau protestiert. Die Kundgebung unter dem Titel „Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin!” fand parallel zum Presserundgang von Bausenator Christian Gaebler (SPD) statt.
Ein Millionengrab mit falschen Prioritäten
Das Projekt hat inzwischen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht – in Zeiten von knappen Kassen und sich zuspitzender Klimakrise ein völliger Irrweg.
Gaeblers Prioritäten sind eindeutig: Viele Millionen Euro für Rückbau und Neubau des Vorzeige-Stadions. Der dritte Bauabschnitt dagegen – genau der Teil, der dem Breiten-, Schul- und Inklusionssport dienen soll – wurde massiv gekürzt und ist im Haushalt 2026/27 gar nicht veranschlagt. Für den Kunstrasen auf rund 6.500 Quadratmetern möchte Gaebler über 3 Millionen Euro ausgeben; nach Branchenstandard wären selbst bei hochwertiger Ausführung ein Kunstrasenplatz für nur rund 600.000 Euro zu erwarten.
Tatsachen schaffen vor der Wahl
Im Zentrum unseres Protests stand der Vorwurf, der Gaebler möchte die Vergabe an einen Bau-Generalunternehmer noch vor der Abgeordnetenhauswahl abschließen. Das ist kein Verfahrensdetail: Ist der Auftrag erteilt, sind Neubau, Versiegelung und Baumfällungen vertraglich gebunden – unabhängig vom Wahlausgang. Kurz vor einer Wahl Fakten zu schaffen, die schwer rückgängig zumachen sind, nimmt den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung über dieses teuere Millionen-Projekt. An diesem undemokratischen Verhalten werden sich Senator Gaebler und die Berliner SPD bei der Wahl nun messen lassen müssen.
Worum es auf dieser Wiese geht
Rund 10.000 Quadratmeter, etwa 20 Sportarten – kostenlos, ohne Vereinsbeitrag, barrierefrei. Unsere Messungen während der Hitzewelle zeigen, was der Austausch bedeuten würde: rund 39 °C auf der Naturwiese, bis zu 65 °C auf Kunstrasen unter gleichen Bedingungen. Trotzdem will Senator Gaebler die Wiese zu 2/3 mit einem Plastik-Rasen-Platz überbauen und die Fläche damit versiegeln. Damit würde er die Hitzewellen im Kiez massiv verstärken und gleichzeitg die kostenlose Nutzung zurückdrängen.
Unsere Forderungen bleiben
- Sofortiger Vergabestopp vor der Wahl, vollständiger Erhalt der Naturwiese in ihrer heutigen Größe, keine weiteren Baumfällungen.
- Offenlegung der Fördergrundlagen und eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativen ohne kostenintensiven Stadionneubau.
Wie ein klimafreundlicher und nachhaltieger Sportpark für alle gehen kann, zeigt unser Alternativszenario RESTART JSP
Danke an alle, die gekommen sind. Die nächsten Wochen entscheiden – solange die Vergabe nicht erfolgt ist, ist nichts endgültig.
von Redaktion | Aug. 20, 2026 | Aktuelles, Beteiligung
Kandidatinnen und Kandidaten für unseren Wahlkreis Pankow 6 stellen sich den Fragen der Nachbarschaft.
Am Montag, 31. August lädt Der Bürgerverein Gleimviertel e.V. zu seinem traditionellen Wahlforum. Drei Wochen vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 20. September sitzen dort die Menschen auf dem Podium, die künftig über den Jahnsportpark mitentscheiden wollen.
Der Bürgerverein nennt den Neubau des Jahnstadions und die weiteren geplanten Bauten im Jahnsportpark in seiner Einladung ausdrücklich als eine der großen Belastungen für das Viertel in den kommenden Jahren. Das Thema steht also schon auf der Tagesordnung – wie ernsthaft es behandelt wird, hängt davon ab, wie zahlreich und hörbar die Stimmen im Saal sind.
Der Senat hält bisher an Abriss und Neubau fest, und die Sportwiese soll nach den aktuellen Plänen verkleinert und versiegelt werden – Kunstrasen statt Naturwiese, in einem Kiez, der ohnehin zu den aufgeheizten gehört. Wer sich um ein Mandat für Pankow 6 bewirbt, sollte dazu vor der Wahl Position beziehen.
Ein voller Saal ist das beste Argument. Bringt Nachbarinnen und Nachbarn mit, bringt eure Fragen mit – und lasst die Kandidatinnen und Kandidaten wissen, dass der Jahnsportpark im Gleimviertel kein Randthema ist.
Montag, 31. August 2026, 18:30 Uhr Aula der Schule am Falkplatz, Gleimstr. 49
Auf dem Podium:
- Linda Vierecke – SPD
- Maria Bigos – Die Linke
- Sunčica Klaas – Bündnis 90 / Die Grünen
- Stephan Lenz – CDU
Moderation: Andrea Roman Sorg
Wir bedanken uns beim Bürgerverein Gleimviertel e.V. für die Einladung und die Organisation des Forums.
von Redaktion | Aug. 19, 2026 | Presse
Der Senat gibt drei Millionen Euro für die Versiegelung der Sportwiese frei und das zuständige Pankower Umwelt- und Naturschutzamt erklärt hierzu: Die Wiese besitzt ökologisches Potenzial, der geplante Eingriff ist grundsätzlich unzulässig.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert den Senat auf, die geplante Umwandlung der Sportwiese in ein Kunststoffrasenspielfeld unverzüglich zu stoppen. Anlass ist die Antwort des Pankower Bezirksamts auf die Kleine Anfrage „Ökologische Bedeutung der vom Kunstrasenprojekt bedrohten Sportwiese im Jahnsportpark“ (1)
Die Antwort offenbart einen bemerkenswerten Widerspruch zur bisherigen Darstellung des Senats. Dieser hatte im Juli 2026 erklärt, die Errichtung des Kunststoffrasenspielfeldes werde „in keine Baum-, Gehölz- und Habitatstrukturen“ eingreifen (2). Das Pankower Umweltamt stellt nun klar: Es wurde vor dieser Aussage vom Senat überhaupt nicht beteiligt.
Gleichzeitig wird die Sportwiese von der Behörde ausdrücklich als ökologisch relevant bewertet. Sie besitze „ökologisches Potential als Habitatstruktur für geschützte Arten“.
Noch deutlicher fällt die Bewertung des geplanten Eingriffs aus: Die Umwandlung von Naturrasen in Kunststoffrasen sei „artenschutzrechtlich als kritisch zu bewerten“. Da dem Umweltamt für den betreffenden Bauabschnitt derzeit keine Freiraumplanung vorliege, sei ein Eingriff in das nachgewiesene Nahrungshabitat „grundsätzlich unzulässig“.
„Der Senat hat gegenüber dem Abgeordnetenhaus eine Aussage über die ökologischen Auswirkungen getroffen, ohne das zuständige Fachamt überhaupt zu beteiligen“, sagt die Bürgerinitiative Jahnsportpark. „Jetzt bestätigt das Umweltamt den ökologischen Wert der Sportwiese und stellt den geplanten Eingriff fachlich und artenschutzrechtlich infrage. Der Senat muss erklären, auf welcher Grundlage er seine ursprüngliche Aussage getroffen hat.“
Erhebliche Folgen für Klima und Natur
Das Umweltamt sieht nicht nur artenschutzrechtliche Probleme. Die Umwandlung hätte nach seiner Einschätzung erhebliche negative Auswirkungen auf Boden, Wasserhaushalt, Versickerung und Mikroklima. Bodenlebewesen würden durch den technischen Unterbau weitgehend verschwinden; die Versickerungsfähigkeit würde stark eingeschränkt. Durch den Wegfall der pflanzlichen Verdunstung werde zudem die Kühlleistung der Fläche reduziert, in Bezug auf die Biotik sei „ein Kunstrasenfeld mit einer vollversiegelten Fläche gleichzusetzen.“
Damit steht die geplante Umwandlung auch klimapolitisch in Frage. Gerade in einem dicht bebauten innerstädtischen Gebiet sind unversiegelte, bewachsene Flächen für Verdunstungskühlung und Regenwasserversickerung von besonderer Bedeutung.
Senat finanziert trotz ungeklärter Fragen
Trotz dieser offenen Fragen hat der Senat am 28. Juli die Finanzierung der geplanten „inklusiven Sportanlage“ beschlossen (3). Rund drei Millionen Euro sind vorgesehen; 45 Prozent sollen aus Bundesmitteln, 55 Prozent aus Landesmitteln kommen. Geplant ist ein Kunststoffrasenspielfeld.
„Wie kann die Finanzierung eines Projekts beschlossen werden, wenn das für den betreffenden Bauabschnitt zuständige Umweltamt gar nicht beteiligt wurde und ein Eingriff derzeit grundsätzlich unzulässig ist?“, fragt die Bürgerinitiative.
Ausgerechnet aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ sollen rund 1,3 Millionen Euro Bundesmittel in die weitgehende Überbauung einer kühlenden Naturwiese fließen. „Klimaschutzmittel für ein Projekt, von dem die zuständige Fachbehörde erhebliche negative Auswirkungen auf Mikroklima, Wasserhaushalt, Natur und menschliche Gesundheit erwartet – widersinniger kann öffentliche Klimafinanzierung kaum sein“, kritisiert die Bürgerinitiative. Sie fordert deshalb, die Planung der Kunstrasenfläche sofort auszusetzen, die Sportwiese in ihrer heutigen Größe und ökologischen Funktion zu erhalten und zunächst eine aktuelle artenschutzfachliche und klimaökologische Bewertung vorzunehmen.
Quellen:
(1) https://bvv-pankow.berlin.de/pi-r/ka020_r.asp?KALFDNR=5074
(2) https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26639.pdf
(3) https://berlin.de/rbmskzl/aktuelles/presse/2026/pressemitteilung.1697924.php
von Redaktion | Juli 30, 2026 | Offene Briefe
Während bundesweit über mehr Hitzeschutz, zusätzliche Stadtbäume und die Entsiegelung von Flächen diskutiert wird, drohen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark weitere Baumfällungen und die Versiegelung einer wichtigen Grünfläche. Es ist Zeit für eine klare öffentliche Position.
Sehr geehrte Mitglieder des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen Pankow,
laut dem Robert Koch-Institut sind allein im Juni dieses Jahres rund 5.100 Menschen in Deutschland an den Folgen der Hitzewelle gestorben. Katharina Dröge, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, forderte in diesem Zusammenhang mehr Hitzeschutz, mehr Klimaanpassung und mehr entsiegelte Flächen in unseren Städten.
Gerade deshalb wenden wir uns heute an Sie.
Mitten im dicht besiedelten Gleimviertel sollen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark weitere Bäume gefällt und große Teile der letzten frei zugänglichen Naturwiese mit einem Kunstrasenplatz überbaut werden. Dabei ist diese Wiese nicht nur eine der meistgenutzten Sport- und Freizeitflächen des Parks, sondern auch eine wichtige Kühlinsel für den Kiez. Messungen der Bürgerinitiative während der jüngsten Hitzewelle zeigen Temperaturunterschiede von nahezu 30 Grad zwischen Naturrasen und Kunstrasen. Insgesamt sollen im Sportpark 30.000 m² Grünflächen versiegelt, 174 Bäumen gefällt sowie fast alle Sträucher entfernt werden.
Umso bemerkenswerter ist Ihr Kreisverbandsbeschluss vom November 2024. Darin sprechen Sie sich ausdrücklich dafür aus, die Sportwiese möglichst in ihrer heutigen Größe zu erhalten und zusätzliche Versiegelung nur dort zuzulassen, wo sie unmittelbar erforderlich ist. Diese Position begrüßen wir ausdrücklich.
Allerdings bedauern wir, dass sich diese klaren Aussagen bislang im öffentlichen Auftreten Ihrer Partei aktuell kaum wiederfinden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben auf ihre Schreiben an Vertreterinnen und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen Rückmeldungen erhalten, in denen die Bedeutung von Hitzeschutz und der Sportwiese grundsätzlich bestätigt wird. Eine klare öffentliche Positionierung zu den nun unmittelbar bevorstehenden Entscheidungen blieb jedoch bislang aus.
Dabei drängt die Zeit.
Aktuell läuft das Vergabeverfahren für den Stadionneubau. Sollte der Generalunternehmer noch vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl beauftragt werden, würden Tatsachen geschaffen, die die Entwicklung des gesamten Jahnsportparks für Jahrzehnte festlegen und spätere Kurskorrekturen erheblich erschweren.
Wir bitten den Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Pankow deshalb, vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl öffentlich zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:
- Unterstützen Sie weiterhin den Erhalt der Sportwiese in ihrer heutigen Größe?
- Lehnen Sie die weitere Fällung von Bäumen im Jahnsportpark ab?
- Unterstützen Sie einen Vergabestopp, damit vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl keine unumkehrbaren vertraglichen Tatsachen geschaffen werden?
- Werden Sie sich für die Offenlegung der Grundlagen der Bundesförderung sowie der eingereichten Projektskizze einsetzen?
Der Jahnsportpark ist zu einem konkreten Prüfstein geworden. Hier zeigt sich, ob die Forderungen nach Hitzeschutz, weniger Versiegelung und dem Erhalt städtischer Grünflächen auch dann gelten, wenn schwierige politische Entscheidungen anstehen.
Wir sind überzeugt, dass Sportentwicklung und Klimaanpassung keine Gegensätze sein müssen. Der Jahnsportpark bietet die Chance, beides gemeinsam zu denken – mit zusätzlichen Sportflächen, neuen Bäumen, der Entsiegelung vorhandener Asphaltflächen und einer nachhaltigen Entwicklung des gesamten Geländes.
Wir veröffentlichen diesen Brief als offenen Brief, weil die Vergabe des Stadionneubaus möglicherweise bereits in den kommenden Wochen erfolgt. Damit würden Weichen für Jahrzehnte gestellt.
Gerade vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl sollten die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen können, wie sich die demokratischen Parteien zu den zentralen Fragen der Entwicklung des Jahnsportparks positionieren.
Wir freuen uns auf Ihre öffentliche Stellungnahme und stehen jederzeit für einen sachlichen und konstruktiven Austausch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Bürgerinitiative Jahnsportpark