Dr. Elettra de Salvo, Stadträtin a.D.

Dr. Elettra de Salvo, Stadträtin a.D.

“Hinter der Ausrede Inklusionssport – und da bin ich absolut dafür und werde mich dafür einsetzen! – wird hier ein Areal, eine wichtige, bereits strukturierte und gut funktionierende Sportanlage und Grünfläche kaputtgemacht für kommerzielle Zwecke und für eine zum Teil nicht erforderliche Modernisierung der Infrastruktur. Es sollen viele Bäume gefällt werden, in einem vom Kiez sehr geliebten Gelände, nicht nur für Jogger und Fuß- oder Handballspieler, sondern auch für Training jeder Art. In den freien Grünflächen, vor allem auf der Wiese neben den Tennisplätzen, üben die Leute Yoga, Pilates, Thai Chi, Kinder spielen mit ihren Eltern, kleine Gruppe treffen sich für Workshops zu speziellen Sportarten usw. Wenn all das wegfallen soll, weil z. B. die Wiese für Parkplätze geopfert wird, zusätzliche Verwaltungsgebäude oder Hallen gebaut werden, oder das Originalgebäude, das unter Denkmalschutz steht, verändert werden soll, werde ich mich für dessen Verhinderung einsetzen. Gerade diese schlimme Zeiten bringen uns etwas bei: Wir müssen konservieren, bewahren, statt immer neu planen, und das sehr oft im Sinne einer new liberal economy und weniger für Inklusion. Allerdings wird das ganze Unternehmen als „soziale Maßnahme“ verkauft und das kann man so nicht zulassen.”

Stefan Draschan, Künstler

Stefan Draschan, Künstler

“Jahnsportpark Traum 3.4. 5.26h aufgewacht, 5.30h niedergeschrieben

Ich wurde von der Senatsparkmanagerin irrtümlich für einen Baumfäller gehalten als ich mit Auto reinfahren wollte und roch die Chance diesen Skandal aufzudecken, bestätigte dies und liess mich zu dem zu fällenden Baum führen. Sie sagte dass an vorsichtig sein muss, da die Gegner sonst noch was unternehmen. Ich hörte noch Mailbox ab, sie gab mir Handy wo Polizist mitteilte dass ich schnell sein sollte, da illegal und gefällt/ weg ist weg – sie ging und ich sagte ja ich geh Säge holen, suchte aber nach Möglichkeiten zu besetzen / Umweltfreundliche Aufschriften “Skandal”, “Kein Baum weg” usw.. zu schreiben fand aber nichts. Dann Bruder anrufen, um zu dokumentieren”

Joachim Lottmann, Schriftsteller

Joachim Lottmann, Schriftsteller

“Als ich jung war, bin ich gern im Jahn Park gelaufen. Jeden Abend, zehn Jahre lang. Man sagte damals ‘Jogging’ dazu, die Mauer war gerade erst gefallen. Ich wohnte in der Jablonksistraße. Heute wohne ich immer noch da, ich laufe nicht mehr, ich gehe lieber spazieren, aber immer noch im Jahn Park. Irgendwie ist er für mich eine Art Seele des Viertels geworden, und wenn er verschwindet, ziehe ich weg.”

Sören Bergmann, Ingenieur

Sören Bergmann, Ingenieur

LIEBE POLITIKER, HALTET EUCH AN EURE VERSPRECHEN!

“Berlin braucht öffentliche Räume mit hoher Akzeptanz für unterschiedlichste Nutzergruppen. Die Koalition wird Stadtplätze und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität und inklusiver Gestaltung schaffen. Die Koalition wird das Plätzeprogramm weiterentwickeln und einen Schwerpunkt auf die verkehrsberuhigte Gestaltung legen. Öffentliche Stadtplätze sollen als Orte der Begegnung von kommerziellen Nutzungen nicht dominiert werden.”

Diese Sätze stammen aus der Berliner Koalitionsvereinbarung 2016-2021, S.37. Besser hätte ich meine Bedürfnisse nicht ausdrücken können. Die aktuelle Planung eines kommerziellen Großveranstaltungsplatzes mitten im Wohngebiet mit zusätzlichen Parkmöglichkeiten hat mit diesen Zielen nichts zu tun. Liebe Politiker, haltet euch an eure Versprechen!”

Barbara Sotelsek, Schauspielerin

Barbara Sotelsek, Schauspielerin

“Wie sehr wir Bäume brauchen, zeigt sich in dieser sehr seltsamen Zeit noch viel deutlicher. Diese Oase, die ich immer nutze wenn ich in Berlin bin, ist ein Geschenk. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es ihn nicht mehr geben soll. Erhaltet diesen Platz den wir brauchen um zu- atmen, denken, miteinander sein, kennenlernen, teilen, lachen, tanzen, singen und geniessen. Ein wunderschöner Fleck Natur inmitten des Großstadt Dschungels.”

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