von Redaktion | Mai 9, 2021 | Aktuelles, Beteiligung
Im Auftrag der Senatsverwaltung wurden am 4.5.2021 Vertreter*innen der Verwaltung, des Sports, der Bürgervereine sowie die BI Jahnsportpark vom Büro Slapa & die Raumplaner zu einer Online-Konferenz geladen. Das Werkstattverfahren für das Gelände des Jahnsportparks, so wurde informiert, werde zukünftig sogenannte „Multiplikator*innen“ aus Sportvereinen und Bürgerinitiativen einbinden.
Diese sollen drei mögliche Szenarien begleiten:
- Abriss und Neubau des Stadions an der bisherigen Stelle
- Neubau eines zusätzlichen Stadions an einem neuen Ort im Jahnsportpark
- Umbau des Stadions
Klimaschutz wird dem Zufall überlassen
Die Konzeption des Werkstattverfahrens weist aber Mängel auf, die Glaubwürdigkeit und Erfolg des Ganzen aufs Spiel setzen: Expert*innen aus den Bereichen Klima-, Arten-und Naturschutz fehlen völlig. Auf Nachfrage wurde bestätigt: diese Themen werden den teilnehmenden Büros überlassen. Dabei ist klar: Klimaschutz muss 2021 eine Grundvoraussetzung für die Planung sein!
Entscheidung direkt vor der Wahl?
Die Entscheidung, welches der drei Konzepte umgesetzt werden soll, wird wenige Tage vor den Wahlen, mitten im Wahlkampf gefällt. Das bedeutet, die neue Regierung soll dann die Entscheidung ihrer Vorgängerregierung umsetzen. Das ist nicht sinnvoll und widerspricht politischem Anstand!
Politik statt Expert*innengremium
Anders als üblich soll die Entscheidung über die Konzepte nicht von einem Fachgremium, sondern allein von der Senatsverwaltung gefällt werden. Das wird viele Büros von vornherein davon abhalten, an dem Verfahren teilzunehmen. Denn auf diese Weise ist klar: Sieger wird nicht das Büro mit dem fachlich besten Entwurf, sondern jenes, das dem Senatswillen am nächsten kommt .
Fehler Multiplikator*innen: Anwohner völlig unterrepräsentiert
Die Einbindung sogenannter Multiplikator*innen in das Verfahren kann das Planungsergebnis verbessern. Die bisher geplante Auswahl der Multiplikator*innen geht aber an diesem Ziel komplett vorbei: Von 8 Teilnehmenden soll nur 1 Vertreter*in die Anwohnerschaft vertreten. Die berechtigten Interessen tausender Anwohner*innen wären in diesem Größenverhältnis völlig unterrepräsentiert. Dabei geht es zu diesem Zeitpunkt um städtebauliche Fragen, um Fragen der Nachbarschaft und der Verträglichkeit eines solchen Großprojektes für die umliegenden Quartiere!
Multiplikator*innen werden gegeneinander ausgespielt
Neben dem ungeeigneten Proporz stellt sich die Frage: wie und nach welchen Kriterien werden diese Mulitplikator*innen ausgewählt? Slapa & Raumplaner wünschen sich, dass Interessierte sich bewerben. Wer dann ausgewählt wird, von wem und nach welchen Kriterien, bleibt undurchsichtig.
Zu guter Letzt stellt sich die Frage, ob die Bezeichnung „Multiplikator“ an sich nicht schon verräterisch ist. Geht es hier um eine beratende Funktion – oder geht es darum, die Netzwerke der Beteiligten zur Weitergabe von gefilterten Informationen zu nutzen?
Wie schon in den Verfahrensschritten der letzten Monate und Jahre, bleibt der Eindruck, dass hier ein aufwendiges Beteiligungsverfahren initiiert wird, um am Ende dort anzukommen, wo man schon immer hinwollte: bei einer Event-Arena mit 20.000 Plätzen, die sich auch für außersportliche Großveranstaltungen gewinnbringend vermieten lässt – auf Kosten der Anwohnenden, die sich dann anhören müssen, sie seien doch „beteiligt“ gewesen.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert:
- Klimaschutz, Arten- und Naturschutz vom ersten Planungsschritt an
- Angemessene Einbindung der Anwohnerschaft
- Umbau des Stadions und Ressourcenschonung statt Neubauwahnsinn
- Freien Zugang und Nutzung des Sportparks für alle!
von Redaktion | März 1, 2021 | Aktionen, Aktuelles
Zeig uns, was dir der Jahn-Sportpark bedeutet!
Mach ein Foto, mal ein Bild, schreib ein Gedicht oder erzähl eine Geschichte von deinem Lieblingssport, Lieblingsbaum oder Lieblingsort, vom Treffen mit Freunden oder dem Familienausflug auf die Wiese im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark.
Was sind deine Momente, deine Erinnerungen oder sportlichen Ziele im Jahn-Sportpark?
Hier kommen ein paar Inspirationen für dich:
- Triffst du dich auf der Wiese mit Freunden zu Fitness, Yoga oder Qigong?
- Nutzt ihr als feste Sport-Buddies den Jahnportpark z.B. für Frisbee oder Football?
- Liebst du den Sportpark, um in der Mittagspause mal aufzutanken?
- Gehst du am Nachmittag oder am Wochenende durch den Park spazieren?
- Toben deine Kids sich gern auf den Freiflächen aus?
- Haben deine Kinder in dem geschützten Raum Fahrradfahren gelernt?
- Tankst du mit deiner Familie Vitamin D während eines kleinen Picknicks?
- Genießt du die frische Luft, den Schatten der alten hochgewachsenen Bäume?
So kannst du mitmachen:
Wir freuen uns auf möglichst viele unterschiedliche Einsendungen.
So kannst du deine Idee an uns schicken:
- mach ein Foto – schwarz-weiß oder bunt, Makro, Panorama oder Porträt …
- mal oder zeichne ein Bild …
- schreib ein Gedicht oder erzähl eine Geschichte …
- gestalte eine Collage …
- nimm einen Video-Clip auf …
- oder …
Mit deiner Teilnahme hast du die Chance, einen dieser Preise zu gewinnen:
1. Platz: Outdoor-Fitness-Paket, 2. Platz: Picknick-Päckchen, 3. Platz: Trinkflasche.
Der Wettbewerb läuft bis zum 12.06.2021 um 20:00 Uhr. Schick uns deinen Beitrag einfach über unser Onlineformular. Das Teilnahmeformular findest du ebenso wie die Details & Teilnahmebedingungen auf www.jahnsportpark.de/dein-sportpark
Jetzt mitmachen
von Redaktion | Feb. 20, 2021 | Aktuelles, Beteiligung
Die Senatsverwaltung hat zur Zukunft des Jahnsportparks ein Online-Beteiligungsverfahren gestartet.
Vom 20.02. – 03.03.2021 können sich Bürger*innen auf der Plattform mein.Berlin informieren, Fragen stellen und Anregungen einbringen. Die dort gesammelten Fragen sollen dann in der Online-Veranstaltung am 04. März beantwortet werden. Bei der zweiten Veranstaltung, am 05. März, möchte die Verwaltung dann Fragen an die Teilnehmer*innen stellen und die weitere Beteiligung erläutern.
Wir begrüßen die Bereitschaft der Senatsverwaltung endlich die Bürger*innen zum geplanten Stadion zu beteiligen. Das nun gestartete Verfahren ist aber deutlich zu kurz angelegt und hat inhaltliche Lücken, die an der Ernsthaftigkeit des Beteiligungsverfahren zweifeln lassen.
Die Online-Beteiligung betrachtet allein das große Stadion, als wären Sportpark und Stadion zwei Orte, die zufälligerweise nebeneinander liegen, aber nicht auf vielfältige Weise miteinander in Verbindung stehen. Die Koalitionsvereinbarung von Oktober 2020 fordert eine gemeinsame Betrachtung.
Ein Jahr lang hatten wir mit Politiker*innen, Sportfunktionär*innen, Vertreter*innen des Behindertensports verhandelt und erreicht, dass nicht nur ein Neubau, sondern auch ein Umbau des Stadions gewissenhaft geprüft wird. Die Koalitionsvereinbarung von Oktober 2020 fordert das explizit ein.
Das nun gestartete „Beteiligungsverfahren“ suggeriert nun wieder die Alternativlosigkeit eines Abrisses. Dazu werden alte Scheinargumente aus der Mottenkiste geholt: das Stadion hätte z. B. keinen Blitzableiter. Wer reißt ein Haus ab, weil es keinen Blitzableiter hat? Warum baut man nicht einfach einen ein?
Auch Themen wie Klimawandel, Überhitzung der Stadt, Tropennächte, Artenschutz finden in diesem „Beteiligungsverfahren“ erneut keinen Platz. Auch hier wird die Koalitionsvereinbarung verletzt.
Mit bunten Bildern will die Senatsverwaltung in den gestarteten Verfahren die Bürger*innen für dumm verkaufen und den Abriss des historischen Stadions, des Schutthügels und der einzigartigen Lichtmasten durchsetzen.
Das Verfahren ist von der Verwaltung absichtlich sehr kurz angelegt, also reagiert sofort.
Termine:
Macht Euch bitte selbst ein Bild, kommentiert und beteiligt Euch!
Mit Eurer Unterstützung können wir uns Gehör verschaffen!
Jetzt am Beteiligungsverfahren teilnehmen
von Redaktion | Nov. 17, 2020 | Aktuelles
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark begrüßt die nach langen Verhandlungen erzielte Einigung der Koalitionsfraktionen und des Senats auf ein geordnetes Verfahren für den Umbau des Jahnsportparks und des Cantian-Stadions.
Mit dem gemeinsam beschlossenen Verfahren werden wesentliche Forderungen der BI erfüllt.
Der Senat und die Abgeordneten der Regierungskoalition haben damit die Grundlage geschaffen für ein zielgerichtetes, rechtssicheres und wirtschaftliches Vorgehen bei der Planung eines inklusiven Jahnsportparks.
Es bleibt die Frage, warum es einer Bürgerinitiative und über 5.000 Unterschriften engagierter Bürger*innen bedurfte, um die Landesregierung zu einem geordneten Verfahren zu bewegen?
Und es bleiben einige Fragen offen, denen sich die BI Jahnsportpark intensiv widmen wird:
- Wer wählt die Teilnehmer des städtebaulichen Werkstattverfahrens aus?
Die BI Jahnsportpark fordert, an der Auswahl beteiligt zu werden.
- Wird eine Prüfung des Umbaupotentials des Cantian-Stadions Teil der Aufgabenstellung sein?
Die BI Jahnsportpark fordert, an der Formulierung der Aufgabenstellung beteiligt zu werden.
- Werden die senatseigenen Zielsetzungen beim Klimaschutz, beim Artenschutz, und bei der Ressourcenschonung angemessen berücksichtigt?
BI Jahnsportpark fordert die Beteiligung von Experten.
- Wie, wann, und mit welcher Bedeutung findet die Beteiligung der Öffentlichkeit statt?
Die BI Jahnsportpark fordert eine enge Begleitung des Werkstattverfahrens durch die interessierte Öffentlichkeit unter besonderer Berücksichtigung der Anwohnenden.
von Redaktion | Aug. 11, 2020 | Aktuelles
Zunächst einmal vielen Dank für Eure Hilfe, Euer Engagement, Eure Sammelleidenschaft und Eure Ideen bezüglich unserer Petition! Das Ergebnis kann sich sehen lassen: wir haben mittlerweile über 5000 Unterschriften! Diese wollen wir in den nächsten Tagen Herrn Senator Geisel übergeben und ihm verdeutlichen, dass sehr viele Menschen auf unterschiedlichste Weise den Jahnsportpark nutzen – und das auch weiterhin tun wollen!
Wir möchten diesen Etappensieg gerne gemeinsam mit Euch feiern, darum kommt doch am Samstag, den 29.8.2020 zum Mauerpark. Wir werden dort einen Stand haben und freuen uns schon auf Euch!
Unabhängig davon wollen wir weiter Unterschriften sammeln und bitten Euch dafür weiterhin um Unterstützung. Es gibt noch immer so viele Sporttreibende und Anwohnerinnen und Anwohner, die von dem Vorhaben noch nicht gehört haben.
Was war sonst noch los? Ende Juli fand im Sportpark eine Begehung statt. Politiker*innen waren ebenso anwesend wie sechs Expert*innen vom Bund deutscher Architekten (BDA) und vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA), darunter auch ein Vertreter unserer Initiative.
Bei diesem Anlass wurde eindringlich die stadträumliche und ökologische Bedeutung der Anlage, insbesondere des Baumbestandes hervorgehoben. Das Ergebnis: Unsere Position wurde deutlich gestärkt, unsere Forderungen sind aus Sicht der Expert*innen vernünftig.
In Kürze soll eine weitere Begehung von Koalitionsabgeordneten mit Sportfunktionär*innen und Baufachleuten stattfinden – unsere Initiative soll erneut dabei sein.
Anfang August hatte Pankows Bürgermeister Sören Benn zu einem Gespräch geladen. Bei dieser Gelegenheit trafen Vertreter*innen des Inklusionssports, der Sportvereine und die Bürgerinitiative aufeinander und konnten konstruktiv miteinander reden. Es wurde deutlich, dass man viele Probleme lösen könnte, wenn man die Planung wegbringen würde von einem überdimensionierten Profi-Fußballstadion hin zu einem offenen Stadion für Inklusion mit vielen Nutzungsmöglichkeiten auch für Anwohner*innen und Nutzer*innen, die individuell und vereinsungebunden Sport treiben wollen.
Auch in Teilen der Politik hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden. Viele Politiker*innen unterstützen unser Anliegen, zuallererst einen Wettbewerb und eine Bauplanung aufzustellen, bevor durch einen Abriss Fakten geschaffen werden.
Dennoch müssen wir am Ball bleiben, da auf dem Gelände die unterschiedlichsten Interessen aufeinander prallen. Wir alle werden einen langen Atem brauchen um für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich sinnvolle Version des Sportparks einzustehen!
von Redaktion | Juni 23, 2020 | Aktuelles, Beteiligung
Im Februar/März 2020 fand unter dem Titel „Beteiligungsverfahren der Stadtgesellschaft“ auf Mein.Berlin.de eine Online-Umfrage zum Thema Jahn-Sportpark statt. Im Juni 2020 ist die Befragung ausgewertet, hinterlässt aber, noch bevor man sich mit den Inhalten beschäftigt, ein schales Gefühl:
1. Schon die Online-Befragung zu dem Sportpark, der ein Vorzeigeprojekt der Inklusion werden soll, war nicht barrierefrei! Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert: Bevor durch einen Abriss des Stadions Fakten geschaffen werden, ist eine inklusive und selbstverständlich barrierefreie Beteiligung zu sichern.
2. Die mit der Auswertung der Befragung beauftragten Büros stellen fest, dass allein die Bedarfe des Schulsports der Bezirke Mitte und Prenzlauer Berg die Fläche des Jahnsportparks weit übersteigen. „Mehr als die Fläche eines weiteren Sportparks wäre nötig, allein um nur die Bedarfe des Schulsports zu decken. Darin sind die Bedarfe des Vereins- und Individualsport noch nicht berücksichtigt“. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert angesichts dieser Fakten eine am Bestand orientierte Bedarfsermittlung!
3. Die Naturwiese ist, gleichauf mit dem Kleinen Stadion, die meistgenutzte Fläche und die Fläche mit der weitaus größten Nutzungsvielfalt. Sie zu erhalten ist ebenfalls ein Aspekt der Inklusion, nämlich der vielen Rand- und Individualsportarten, die dort betrieben werden. Sie mit Kunstrasenplätzen zu belegen schließt viele Nutzungen aus. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert den Erhalt dieser nutzungsoffenen und unversiegelten Fläche!
4. Die in der bisherigen Umfrage genannten Defizite der Barrierefreiheit betreffen ausnahmslos die Verkehrsflächen, teilweise außerhalb des Jahnsportparks. Diese Flächen barrierefrei zu gestalten ist ohnehin Aufgabe der Stadt. Hier lässt sich mit überschaubarem Aufwand schnell viel erreichen.
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert die Beseitigung dieser Mängel im öffentlichen Raum!
5. Das Stadion war nicht Teil der Befragung und wurde so der Öffentlichkeitsbeteiligung entzogen! Die Senatsverwaltung für Sport und Inneres behauptet in ihrer Stellungnahme, Erhalt und Sanierung des Stadions seien geprüft und für wirtschaftlich nicht vertretbar befunden worden. Diese Prüfung ist nicht nachvollziehbar. Sanierung greift aber ohnehin zu kurz, es sind vielmehr verschiedene Varianten von Umbau und Teilabriss zu prüfen. Verbesserungen des Immissionsschutzes (Lärm und Licht) setzen keinen Neubau voraus, sondern können auch in einen vorhandenen Bau integriert werden, siehe z.B. die nachträgliche Überdachung des Olympiastadions. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert vom Abriss des Stadions Abstand zu nehmen und einen bedarfsgerechten Umbau zu einer inklusiven Sportstätte zu planen!