Offener Brief an Finanz-Senator Dr. Kollatz

Offener Brief an Finanz-Senator Dr. Kollatz

Die Haushaltslage in Berlin ist durch die Corona-Pandemie extrem angespannt.

In einem offenen Brief schlägt nun die Bürgerinitiative Jahnsportpark dem Senator für Finanzen, Dr. Matthias Kollatz, vor, auf den unzeitgemäßen, unnötigen und nicht vertretbaren Abriss und Neubau des Jahnstadions zu verzichten.

Anstatt das erst 33 Jahre alte Stadion abzureißen und neu zu bauen, könnten durch einen behutsamen Umbau bis zu 160 Mio. Euro eingespart werden – exakt die Summe, die Finanz-Senator Dr. Kollatz als Einsparung von den Bezirken fordert.

Ein Umbau des Stadions hätte darüber hinaus positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, weil das Bauen im Bestand lohnkostenintensiver, aber materialkostensparender als Abriss und Neubau ist. Gleichzeitig wäre dieses Vorgehen ressourcenschonender und damit im Einklang mit den Klimazielen des Berliner Senats.

Offener Brief an Senator Dr. Kollatz (PDF, 70kB)

Offener Brief an Finanz-Senator Dr. Kollatz

Offener Brief an Senatorin für Stadtentwicklung Katrin Lompscher

Mit einem offenen Brief fordert die Bürgerinitiative Jahnsportpark die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, und ihre Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf den selbst­gesteckten Zielen einer transparenten und frühzeitigen Bürgerbeteiligung gerecht zu werden und unverzüglich mit den Anwohner*innen und den vereinsungebunden Sporttreibenden ins Gespräch über die geplante Umgestaltung des Jahnsportparks zu kommen.

Dafür sind die Planungen zum Abriss des Stadions und zum Abtrag des Trümmerschutthügels sofort zu stoppen. Gerade die umfangreichste und tiefgreifendste Baumaßnahme kann nicht ohne Bürger­beteiligung, außerhalb des Bebauungsplanverfahrens, und vor Klärung der künftigen Gestaltung im Rahmen eines Wettbewerbs erfolgen. In Zeiten des Klimawandels stehen die damit einhergehenden Baumfällungen, die Schuttmengen, die Tausenden von Lkw-Fahrten und die Verschwendung der „grauen Energie“, d.h. der im Gebäude und seinen Materialien enthaltenen Energie in krassem Widerspruch zur vom Senat im Dezember anerkannten Klimanotlage.

Die Verfahrensschritte sind in die richtige Reihenfolge zu bringen: Erst Bürgerbeteiligung, dann Wettbewerb, auf dieser Grundlage Bebauungsplan und frühestens mit Planreife erste Bau- und ggf. unumgängliche Abrissmaßnahmen.

Der Offene Brief der Bürgerinitiative Jahnsportpark an Senatorin Lompscher (60kB, PDF)

Jahnsportpark an den Bürgern vorbeigeplant

Jahnsportpark an den Bürgern vorbeigeplant

Mit der Pressemitteilung der Senatskanzlei vom 31.03.2020 zum Bebauungsplanverfahren Friedrich- Ludwig-Jahn-Sportpark hat der Berliner Senat eine Kehrtwende vollzogen und sich in mehreren Punkten von seinen eigenen Zielen verabschiedet:

  • Klimaschutz war gestern – jetzt wird munter abgeholzt, abgerissen und betoniert.
  • Mobilität von morgen? Warum nicht die von vorgestern? Die Zahl der Pkw-Stellplätze sollvergrößert und in einem Parkhaus untergebracht werden.
  • Bürgerbeteiligung? Davon kann nicht mehr die Rede sein, denn wie die federführende Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen unmissverständlich mitteilte, seien „besonders (…) die sportfachlichen Interessen der Gesamtstadt zu berücksichtigen.“Die online durchgeführte und kaum beworbene Bürgerbefragung wird damit ad absurdum geführt. Dort wurde massiv bemängelt, dass gerade die Interessen der Anwohner und Freizeitsportler bislang zu wenig berücksichtigt wurden, und dass der Erhalt des Baumbestands den Sporttreibenden und den Anwohnern besonders wichtig ist.

Wer hat denn Bedarf an einem Stadion mit 20.000 Sitzplätzen? Der Inklusionssport jedenfalls nicht. Er wird nur als Grund für die Umgestaltung vorgeschoben, um als guter Zweck alle Mittel zu heiligen: Die Fällung zahlreicher Bäume, den sinnlosen Abriss eines großen Stadions für den Neubau eines ebenso großen Stadions, und den mehr als fragwürdigen Neubau eines Parkhauses.
Das alles steht in klarem Gegensatz zu den Zielen, die sich der Senat noch im Dezember gesetzt hat, als er die Klimanotlage anerkannt hat.

Der Senat verabschiedet sich außerdem von seinen eigenen Mobilitätszielen und vom Verkehrs- konzept der Max-Schmeling-Halle. Sie wurde aufgrund der exzellenten ÖPNV-Erschließung ohne Stellplätze errichtet. Durch Sperrung der Quartiersstraßen sollte Parksuchverkehr unterbunden werden. Das wurde nicht durchgesetzt, stattdessen vermarktet der Hallenbetreiber „VIP-Stellplätze“ auf einer Wiese, die eigentlich dem Freizeitsport dient. Mithilfe dieser temporären Stellplätze ver- sucht der Senat nun den Eindruck zu erwecken, es würden keine zusätzlichen Stellplätze geschaffen.

Noch bevor der Bebauungsplan auch nur die sogenannte Planreife erlangt hat, soll das Stadion ab- gerissen werden. Warum keine Veränderungssperre, um zu verhindern, dass während der Aufstel- lung des B-Plans Fakten geschaffen werden? Die Entscheidung über den Abriss des Stadions wurde aus der Bürgerbeteiligung ausgenommen. Offenbar will der Senat selbst voreilig Fakten schaffen.

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark protestiert gegen die Instrumentalisierung des Inklusionssports für kommerzielle Interessen. Sie setzt sich hingegen für den Erhalt der Bäume, für den behutsamen Umbau des Stadions, für ein klimagerechtes Mobilitätskonzept, und für einen zukunftsfähigen Jahnsportpark für alle ein.

Neuigkeiten zur Petition

Neuigkeiten zur Petition

Liebe Unterzeichner*innen der Petition,

Mit Ihrer Unterstützung ist es uns gelungen, innerhalb von nur zwei Wochen über 2000 Stimmen gegen die Rodung der Bäume im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark zu sammeln – vielen herzlichen Dank hierfür!

Unsere Petition stieß auf ein großes Medienecho (siehe nachstehende Links), wir fanden auch prominente und sympathische Unterstützung in Person des Schriftstellers Wladimir Kaminer.

Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine Gruppe tatkräftiger Anwohner zusammengefunden, die mit großem Engagement für den Erhalt der Bäume im Sportpark arbeitet. Wir sind inzwischen auch auf Twitter (@jahnsportpark), Facebook (www.facebook.com/jahnsportpark/), Nebenan.de (nebenan.de/groups/35605) und einer eigenen Webseite aktiv (www.jahnsportpark.de/). Alle Plattformen werden nach und nach mit Inhalten gefüllt, weitere Info-Aktionen sind in Planung.

Bei persönlichen Gesprächen mit Anwohnern erleben wir häufig bestürzte Reaktionen. Viele direkt Betroffene haben bisher gar nichts von dem Vorhaben der Senatsverwaltung erfahren. Dabei würden nicht zuletzt die geplanten Rodungen im Zuge des Umbaus des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks eine radikale Veränderung ihrer unmittelbaren Nachbarschaft und damit auch eine gravierende Verschlechterung ihrer Lebensqualität bedeuten.

Diese Hinterzimmerpolitik ist so nicht hinnehmbar und deswegen engagieren wir uns für die Aufklärung und Ermächtigung der direkt betroffenen Anwohner. Wir wollen über das Leben in unserer Stadt, unserem Kiez und unserem Park mitbestimmen und werden nicht zulassen, dass über unseren Köpfen hinweg Entscheidungen gefällt werden, die nicht nachhaltig und in Zeiten des Klimawandels schlichtweg inakzeptabel sind.

Um unserer Anliegen noch bekannter zu machen und die Informationsdefizite auszugleichen, brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Teilen Sie bitte den Link zu unserer Petition (www.openpetition.de/petition/unterzeichner/keine-rodung-im-friedrich-ludwig-jahn-sportpark), sprechen Sie mit Ihren Nachbarn und Kollegen, informieren Sie sich und andere!

Herzlichen Dank,
Ihr Thomas Draschan und Mitstreiter

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MEDIENBERICHTE:

www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/warum-die-idylle-im-prenzlauer-berg-bedroht-ist-li.77857

leute.tagesspiegel.de/pankow/sportler/2020/03/05/113662/

www.rbb-online.de/fernsehen/programm/29_02_2020/2726461373.html

www.berliner-kurier.de/kiez/friedrich-ludwig-jahn-sportpark-wladimir-kaminer-und-anwohner-kaempfen-fuer-den-erhalt-der-baeume-li.77248

leute.tagesspiegel.de/pankow/sportler/2020/02/27/113146/

www.morgenpost.de/bezirke/pankow/article228556857/Wladimir-Kaminer-gegen-Rodung-von-240-Baeumen-im-Jahn-Park.html

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