Realisierungswettbewerb gestartet

Realisierungswettbewerb gestartet

Wir setzen auf kluge Entwürfe von Büros, die sich kreativ mit dem Bestand auseinandersetzen. Von Arbeitsgemeinschaften, die Klimaschutz und Ressourcenschonung in ihren Entwürfen umsetzen. Von Landschaftsarchitekt:innen, die über Sportfelder hinausdenken. Und von Architekt:innen, die wissen, dass Abriss von gestern ist – vor allem, wenn es sich um Bauten handelt, die gerade 35 Jahre alt sind. Ein Alter, in dem man in der Architektur noch für Nachwuchspreise in Frage kommt!

Sie wollen am Wettbewerb teilnehmen? Auf folgender Website finden Sie die Auslobungsunterlagen zum Realisierungswettbewerb Jahnsportpark für alle – Großes Stadion und Inklusionssportpark.

Wir laden Sie ein, sich bei uns über die Auslobungsunterlagen hinaus zu informieren, z.B.:

  • Über die Sportwiese: Die muss man gesehen und erlebt haben, zu verschiedenen Tageszeiten. Der besondere Zauber dieses gleichermaßen abgeschiedenen wie offenen Raums erschließt sich nur vor Ort! Wir laden Sie ein zu unserem virtuellen Rundgang.
  • Über das Haupttribünengebäude: Ostmoderne statt Postmoderne. Was für den DDR-Serienmeister 1987 gut genug war, soll heute für die 3. Liga nicht ausreichen? Wir meinen, dass nicht alles dort hinein muss, aber genügend hinein passt. Und wir lieben das kühne Dach und die coolen Flutlichtmasten! Mehr dazu aus der Bauwelt Ausgabe 21
  • Über das Klima: Der Jahnsportpark trägt wesentlich zur Kühlung der Nachbarschaft bei. Dort gibt es längst klimatisch kritische Hitzeinseln. Wir meinen: Inklusion sollte nicht gegen Klimaschutz ausgespielt werden. Wie hängen Klimawandel und das Projekt Jahnsportpark zusammen? Mehr dazu in unserem Youtube-Video zum Klimawandel vor der Haustür
  • Über den Artenschutz: Der Jahnsportpark ist auch Habitat für Brutvögel und Kleintiere, darunter etliche geschützte Arten. Büsche sind für diese mindestens so bedeutsam wie Bäume! Mehr dazu auf unserer Seite mit unseren Forderungen.
  • Über unsere Kritik am ausgelobten Verfahren, u.a. nachzulesen in unserem Offenem Brief an Senator Geisel (16.03.2022)

Für weitere Rückfragen oder persönliche Führungen über das Gelände stehen wir Euch gerne zur Verfügung.

 

Klimaschutz? Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht mit der SPD!

Klimaschutz? Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht mit der SPD!

Ein dreiköpfiges Gremium hat am 22.02.2022 den Abriss des Cantian-Stadions beschlossen.

Damit fällt die Landesregierung auf den Erkenntnisstand von 2014 zurück. Sie zieht keinen Gewinn aus dem Werkstattverfahren von 2021 und tritt die unter Beteiligung der Bürger*innen erzielten Arbeitsergebnisse mit Füßen.

Klimaschutz interessiert sie ebenso wenig wie Baukultur oder Beteiligung und Transparenz.

Wie Hohn klingt der Koalitionsvertrag, wo es zum Jahn-Sportpark heißt: „Wir werden die Planungsprozesse unter breiter Beteiligung der heutigen und zukünftigen Nutzer*innen und der Anwohner*innen zu einem breit akzeptierten Ergebnis führen. Der erneuerte Sportpark soll vorbildlich alle Anforderungen an eine inklusive, klimaneutrale und ökologisch nachhaltige Sportstätte erfüllen.“ (S. 94)

Anders als noch im November klugerweise vereinbart, wird nun nicht im Architektenwettbewerb geklärt, was und wie viel vom bestehenden Stadion umgebaut werden kann – in einer komplexen Abwägung vieler Aspekte und im Vergleich vieler Entwürfe, begutachtet durch ein fachkundiges Preisgericht.

Stattdessen wird hinter verschlossenen Türen auf der Basis eines einzigen Entwurfs eine Entscheidung gegen Klimaschutz, gegen Ressourcenschonung, gegen Baukultur und gegen Anwohner*innen-Interessen gefällt.

„Zitate und Reminiszenzen an das Bestandsstadion“ sollen möglich sein. Ausreichend ist demnach der bloße Erhalt von Teilen des Schuttwalls als „topographisches Merkmal“. Das ist entschieden zu wenig! Ein paar bunte Sitzschalen an der Wand des neuen Foyers sind allenfalls zynisch, aber kein Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcenschonung, Baukultur und Bürgerbeteiligung.

Zu diesem Skandal gehört, dass die Gestaltung des Sportparks auf die lange Bank geschoben und erst in der nächsten Legislaturperiode geplant werden kann – weil es die Sportverwaltung in 8 Jahren nicht geschafft hat, das Bedarfsprogramm aufzustellen und im Haushalt verankern zu lassen. Für den Inklusions-, Schul-, Vereins-, und Breitensport ist das eine Ohrfeige, denn der Sportpark ist von viel größerer Bedeutung als das meistens hermetisch geschlossene Stadion.

Es ist eine Entscheidung gegen unsere Zukunft, gegen unsere Kinder, gegen unsere Stadt!

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark erklärt sich solidarisch mit den Bürgerinitiativen in der Pintschstraße, im Plänterwald,  im Vesaliuskiez, in Spindlersfeld, die alle in den letzten Wochen vom brachialen Vorgehen der neuen Landesregierung überrascht und enttäuscht wurden. Von der SPD angeführt, wird die Zeit in der Stadt zurück gedreht, Klimaschutz und Bürgerbeteiligung mutiert zur Farce.

Linke und Grüne können den zerstörerischen Kurs korrigieren, wenn der Wille vorhanden ist. Wir appellieren dringend an beide Parteien, hierzu eindeutig Stellung zu beziehen. 

Ein Leuchtturm nur für Sportfunktionäre

Ein Leuchtturm nur für Sportfunktionäre

Ein „Leuchtturm“ sollte der Jahnsportpark werden. Kein Wort ist vermutlich im Zusammenhang mit den Diskussionen um eine Neuplanung von Stadion und Sportpark öfter gefallen. Es ging um Inklusion, um Schul- und Breitensport und um die Kinder in den Sportvereinen. Jetzt stellt sich heraus: Es ging immer nur um ein neues Stadion! Dass Fußball-, Hockey- und Tennisplätze fehlen, dass der Sportpark auch für Sportler*innen mit Einschränkungen nutzbar werden sollte – all das spielt plötzlich keine Rolle mehr.

Im Beteiligungsverfahren kam die Wahrheit ans Licht: Das Bedarfsprogramm für das Stadion steht, somit kann das benötigte Geld – 97 Mio. € – in den Landeshaushalt eingestellt werden. Einem neuen oder umgebauten Stadion steht dann nichts mehr im Weg.

Das Bedarfsprogramm für den Sportpark, der, so von Anfang an eine Forderung der BI Jahnsportpark, nur gemeinsam mit dem Stadion geplant werden kann, dieses Bedarfsprogramm liegt noch nicht einmal komplett vor! Somit kann es nicht geprüft, genehmigt und im Haushalt veranschlagt werden (60 Mio. €). Und deswegen auch nicht in einem Realisierungswettbewerb ausgelobt werden.

Im Laufe des partizipativen Werkstattverfahrens ist deutlich geworden, dass alle beteiligten Planungsteams sich einig waren: Stadion und Sportpark gehören zusammen und müssen zusammen geplant werden. Es handelt sich um ein historisch gewachsenes und funktionales Ensemble. Es ist absurd, erst das Stadion umzubauen und Jahre später zu sehen, was noch für den Sportpark übrigbleibt. Doch genau so soll es nun kommen: Baubeginn für das Stadion ist 2023, die Planungen für den Sportpark wurden, „aufgrund anderer Prioritäten“, auf 2026 verschoben – falls dann noch Geld und Interesse vorhanden ist.

Offensichtlich will man sich im Glanz eines neuen Stadions sonnen, während die Kinder und Jugendlichen vor den Toren der Sportvereine, die Inklusionssportler*innen, der Schul- und Breitensport noch länger im Regen stehen sollen. Warum? Weil man bei der Senatsverwaltung nur die Bedarfe des schicken Stadions, nicht aber die des Sportparks rechtzeitig aufgestellt hat. So reißt man auseinander, was zusammengehört und zerstört den Identifikationsort Jahnsportpark. Und offenbart ganz nebenbei eine fragwürdige Prioritätensetzung.

Cantian-Stadion: Nur ein Umbau ist inklusiv und nachhaltig!

Cantian-Stadion: Nur ein Umbau ist inklusiv und nachhaltig!

Das Werkstattverfahren hat den eindeutigen Nachweis erbracht, dass ein inklusiver Umbau des Cantian-Stadions möglich ist. Wo Umbau möglich ist, erübrigen sich Neubau-Überlegungen.
Ein Umbau ist einem Neubau aus Gründen des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung grundsätzlich vorzuziehen.

„Transformation ist die Möglichkeit, mehr und Besseres mit dem zu machen, was bereits vorhanden ist. Der Abriss ist eine Entscheidung der Leichtigkeit und Kurzfristigkeit. Es ist eine Verschwendung von vielen Dingen – eine Verschwendung von Energie, eine Verschwendung von Material und eine Verschwendung von Geschichte. Außerdem hat es eine sehr negative soziale Auswirkung. Für uns ist es ein Akt der Gewalt.“
Lacaton Vassal Architekten, Pritzker-Preisträger 2021

Ein Umbau ist auch bei laufendem Sportbetrieb machbar – das sichert dem FC Viktoria seine Spielstätte für die nächsten Jahre.

Das Werkstattverfahren hat außerdem klar gezeigt, wie wichtig ein offener Sportpark, informelle Sportangebote, Arten- und Klimaschutz sind. Diese Erkenntnisse sind in den nächsten Verfahrens­schritten zu berücksichtigen und weiter auszuarbeiten.

Aus den drei eingereichten Vorschlägen muss ein schlüssiger Lösungsentwurf entwickelt werden.

Die Studien haben deutlich gemacht, dass das vorhandene Gelände zu klein für sämtliche sportfach­lichen Bedarfe ist. Keines der Teams konnte das geforderte Raumprogramm schlüssig auf der Fläche unterbringen. Eine Prüfung, Priorisierung und Reduzierung des Raumprogramms ist deshalb für die nächsten Verfahrensschritte nötig:

  • Eine Stadionkapazität von max. 15.000 Plätzen (inkl. Stehplätze) genügt sogar für die Fußball-Bundesliga.
  • 150 Büroarbeitsplätze sind viel zu viel – ein Sportpark ist kein Büropark!
  • Die geplanten Großsporthallen überfordern die Möglichkeiten des Jahn-Sportparks.

Das Werkstattverfahren hat die bisherigen Planungen erfolgreich aus der Sackgasse geführt.
Wir als Bürgerinitiative Jahnsportpark werden es weiter begleiten und uns konstruktiv einbringen.

Damit wir alle in der Innenstadt weiter Sport treiben können, ist wirksamer Klimaschutz die Voraussetzung.

Wir begrüßen den FC Viktoria 1889 im Cantian-Stadion!

Wir begrüßen den FC Viktoria 1889 im Cantian-Stadion!

Auf einmal geht es also doch: Profifußball im Cantian-Stadion, das sich nach den Plänen der zuständigen Senatsverwaltung für Sport bereits mitten im Abriss befinden sollte. Unter anderem die Proteste der Bürgerinitiative Jahnsportpark haben diesen voreiligen und sinnlosen Abriss verhindert. Nun können die Anforderungen des DFB-Ligabetriebs mit überschaubaren Mitteln und in kurzer Zeit erfüllt werden.

Die Erzählung der Senatsverwaltung für Sport, das Cantian-Stadion sei eine Ruine und sein Abriss alternativlos, ist damit entlarvt: Als grimmiges Märchen.

Mit der Reduzierung auf ca. 10.000 Plätze wird der richtige Weg eingeschlagen. Mit dem Bestand arbeiten und nicht dagegen. Genau so muss im nun anstehenden Werkstattverfahren auch vorgegangen werden. Was kann der Bestand leisten und was nicht? Nur so kann klima- und ressourcenschonendes Bauen endlich Realität werden. Und dann kann dieses geschichtsträchtige Beispiel der Architektur der späten Ostmoderne für eine inklusive Zukunft fit gemacht werden.

Übrigens: Der angeblich fehlende Blitzschutz auf der Haupttribüne, sehr geehrter Herr Senator, kann nachgerüstet werden. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark vermittelt Ihnen gerne den Kontakt zu Menschen, die wissen wie das geht.

Wir freuen uns schon darauf mit Ihnen und Ihrem Staatssekretär Dzembritzki zusammen den zweimaligen deutschen Fußballmeister FC Viktoria von einer blitzgeschützten Haupttribüne aus anzufeuern – natürlich auf feuersicheren Sitzschalen …

Klimawandel vor der Haustür – das Großprojekt Jahnsportpark

Klimawandel vor der Haustür – das Großprojekt Jahnsportpark

Einladung Web-Konferenz am 17.05.2021 um 19:30 Uhr

Aufgrund des Einspruchs vieler Bürger*innen und der Bürgerinitiative Jahnsportpark ist Bewegung in das Planungsverfahren gekommen. Es hat sich gezeigt: Ein Abriss des Stadions ist nicht mehr „alternativlos!“

Aber freuen wir uns nicht zu früh, die Planungen weisen beim Klima- und Umweltschutz weiterhin schwere Mängel auf. Dabei würden gerade die klimatischen Auswirkungen im Jahnsportpark und umliegenden Kiezen gravierend sein. Die Temperatur-Rekorde der letzten Jahre würden zahlreicher und extremer. Tropische Nächte und Todesfälle bei vulnerablen Gruppen drohen zur neuen Normalität zu werden.

Aus diesem Grund möchten wir mit Euch zu dem Thema Klimawandel in Bezug auf das Gelände des Jahnsportparks in Gespräch kommen.

Am Montag, den 17.5.21, sprechen wir um 19:30 Uhr in der nächsten Web-Konferenz zum Thema „Klimawandel vor der Haustür – das Großprojekt Jahnsportpark“

Euch erwartet ein Kurzvortrag zum Thema, anschließend möchten wir mit Euch diskutieren! Wie immer sind wir sehr neugierig auf Eure Gedanken und Ideen! Wir freuen uns auf Euch!

Meldet Euch unter folgender Mail-Adresse an, um den Einwahllink zu erhalten: initiative@jahnsportpark.de

 

Wie alles begann …

Die Geschichte der Bürgerinitiative Jahnsportpark

Als die Bürgerinitiative Jahnsportpark im Februar 2020 die Petition KEINE RODUNG IM FRIEDRICH-LUDWIG-JAHN-SPORTPARK gestartet hatte, war kaum jemandem klar, welches immense Echo der Ruf nach mehr Rücksichtnahme gegenüber Flora und Fauna auslösen würde.

Über 5000 Bürger*innen haben sich innerhalb weniger Monate dem Appell der Bürgerinitiative angeschlossen. Nicht nur aus der Nachbarschaft, aus ganz Berlin und darüber hinaus organisierte sich Widerstand gegen die Abrisspläne der Senatsverwaltung. Das bisherige Credo der Sportverwaltung „Stadion first, Inklusionspark later“ – wurde völlig berechtigt auf den Prüfstand gestellt.

Alternativlos war nicht der Abriss des Stadions, sondern unser Engagement für den Sportpark

2020 war ein außergewöhnliches Jahr und trotz Corona-bedingter Einschränkungen haben wir uns mit der Bürgerinitiative Jahnsportpark konstruktiv und wirkungsvoll einbringen können. Es gab im letzten Jahr dutzende Treffen zwischen Bürgerinitiativen, Expert*innen, Politiker*innen und Verwaltung. Und je intensiver über Abriss und Neubau des Stadions im Jahnsportpark gestritten wurde, umso klarer wurde, dass nicht der „alternativlose Abriss“, sondern ein planvolles Vorgehen unter Berücksichtigung aller berechtigten Interessen dieses wichtige Inklusionsprojekt voranbringen wird.

Wir fordern: Klimaschutz muss 2021 eine Grundvoraussetzung für die Planung einer so wichtigen öffentlichen Fläche sein!

Aber die von den informell Sporttreibenden intensiv und sehr vielfältig genutzte Wiese hinter den Tennisplätzen droht weiterhin vollständig mit Kunststoff versiegelt zu werden. Die zu erwartenden Baumassen würden aus dem Gelände eine weitere Hitzeinsel machen, statt wie bisher zur Abkühlung der Umgebung beizutragen.

Wir bitten Euch daher, das Thema weiterzutragen und Eure Freund*innen und Nachbar*innen über den drohenden Abriss und die dichte Neubebauung und Versiegelung des Geländes zu informieren.

Wir freuen uns, Euch am 17.5.2021 um 19:30 Uhr virtuell wiederzusehen oder kennenzulernen!

Bis dahin!
Eure BI Jahnsportpark

 

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