von Redaktion | Mai 6, 2024 | Beteiligung, Veranstaltungen
Der Jahnsportpark soll zur inklusiven Sportstätte entwickelt werden. Die Arbeiten für den “Inklusionspark” gehen Ende des Jahres aus Sicht der Senatsverwaltung in die nächste große Phase: Abriss des historischen Stadions!
Um interessierte Menschen vor diesem Punkt über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren, den weiteren Prozess zu beleuchten und Fragen zu beantworten, lädt die Senatsverwaltung herzlich zur Informationsveranstaltung ein.
22. Mai 2024 von 17.00 bis 19.00 Uhr
Aula des GLS Campus
Kastanienallee 82, 10435 Berlin
Der Standort ist barrierefrei zugänglich, eine simultane Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache steht zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Schaut vorbei, bringt Euch ein!
von Redaktion | Jan. 1, 2024 | Beteiligung, Petitionen
Mit über 1.000 Unterschriften, die in nur sechs Wochen im Rahmen einer Petition gesammelt werden konnten, können wir nun mit zahlreichen Unterstützer*innen ein wichtiges Anliegen an Senator Christian Gaebler (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen) und Senatorin Iris Spranger (Senatsverwaltung für Inneres und Sport) herantragen.
Der sog. III. Bauabschnitt, dessen Planung noch am Anfang steht, umfasst auch die Sportwiese, die für uns und den Sportpark von großer Bedeutung ist. Obwohl die Sportwiese in ihrer bisherigen Lage und Form ein wichtiger Bestandteil des Sportparks ist, soll sie den neuen Plänen zufolge neuen Nutzungen weichen.
Die Sportwiese weist aber eine größere Nutzungsvielfalt auf als alle anderen dortigen Sportanlagen zusammengenommen. Sie wird dabei gleichermaßen von informell Sporttreibenden wie von Vereinssportler*innen genutzt.
Auch hat die ca. 12.000 m² große Sportwiese eine hohe Bedeutung für das Mikroklima der Umgebung, die schon im Umweltatlas 2015 als Hitzeinsel ausgewiesen wurde. Das in der bisherigen Neuplanung dort vorgesehene Kunstrasen-Großspielfeld würde weder eine Nutzungsvielfalt erlauben, noch zu einer Kühlwirkung beitragen, sondern zu einem zusätzlichen Temperaturanstieg im Quartier beitragen.
Für uns Menschen aus dem Umfeld des Sportparks sowie für die Sporttreibenden aus dem ganzen Stadtgebiet ist es extrem wichtig, dass die Wiese in ihrer heutigen Größe erhalten bleibt. Dies wurde in der Sportausschusssitzung vom 08.04.2022 von der StS Sport und der SBDin zugesagt und dies lässt der erstplatzierte Entwurf auch zu!
Der Erhalt der Sportwiese würde niedrigere Planungs- und Baukosten, mehr Klimaschutz und weniger Bürgerunmut bedeuten.
Wir haben Senator Christian Gaebler und Senatorin Iris Spranger um einen zeitnahen Übergabetermin der Petition sowie um die Berücksichtigung des Anliegens gebeten.
Wir werden die weiteren Planungsschritte kritisch begleiten und die Wichtigkeit der Sportwiese auch weiterhin ins Verfahren einbringen.
von Redaktion | Nov. 12, 2023 | Beteiligung, Petitionen
Die Sportwiese im Jahnsportpark bietet vielen Menschen sportliche Nahversorgung.
Tausende Menschen nutzen diesen besonderen Ort inmitten von Platanen für Gesundheits- & Freizeitsport oder um ungestört für Leistungssport zu trainieren. Kein anderer Platz bietet eine so große geschützte Fläche, auf der man als Frau, Kind, Barfußssportler, oder sensorisch sensibler Mensch sich so geborgen und sicher fühlen kann.
Abrissarbeiten am Stadion wurden in den letzten Wochen begonnen. Es besteht nun die akute Gefahr, dass die Sportwiese als Lager- und Parkplatz benutzt wird.
Auch bei der geplanten Neugestaltung des Sportparks besteht die Gefahr, dass die zugesicherte “gleichwertige Fläche” letztlich nur ein Flickwerk darstellt, welches auf dem Papier schön gerechnet werden kann, aber real nicht die Funktionen der bisherigen Sportwiese bieten kann.
Wir, die Bürgerinitiative Jahnsportpark, kämpfen für den Erhalt dieser nutzungsoffenen Sportwiese, die vielen Menschen sehr viel und einigen Sportfunktionären leider gar nichts bedeutet.
Dieser geschützte Freiraum, in dem sich sportliche und nicht so sportliche Nutzungen friedlich mit- und nebeneinander selbstorganisieren, hat einen hohen sozialen Wert.
Unterstützt uns, unterschreibt unsere Petition!
Online Petition für die Sportwiese
Englische Fassung der Petition: Save the sports meadow in Berlin
von Redaktion | Okt. 31, 2023 | Aktuelles
Mit ersten Räumungsarbeiten im Tribünengebäude hat Ende Oktober der I. Bauabschnitt begonnen. Die anstehende Schadstoffsanierung ist unabhängig vom weiteren Vorgehen erforderlich und wird von uns mitgetragen.
Da an dem klimaschädlichen Ersatzneubau bislang unbeirrt festgehalten wird, ist aber davon auszugehen, dass mit diesen Arbeiten der Einstieg in den Abriss dieses 37 Jahre alten Gebäudes begonnen hat.
Diesen völlig unzeitgemäßen Abriss lehnen wir nach wie vor ab und fordern im Einvernehmen mit Architektenkammern und -verbänden wie bspw. dem BDA – Bund Deutscher Architektinnen und Architekten ein überfälliges Umdenken:
Ressourcenschonender Um- und Weiterbau statt Abriss!
von Redaktion | März 28, 2023 | Aktuelles, Offene Briefe
Offener Brief
Nein! zum Stadionabriss im Prenzlauer Berg
An die Regierende Bürgermeisterin von Berlin Franziska Giffey,
An den Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Andreas Geisel,
An die Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeld,
An alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger,
Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, angrenzend an den Mauerpark, wird das 73 Jahre alte Cantianstadion mit seinem 36 Jahre alten Tribünengebäude und einer Kapazität von 20.000 Sitzplätzen in einem aufwendigen Verfahren zu Bauschrott degradiert. Das in der DDR erbaute Stadion soll ab 2024 abgerissen werden, damit am selben Ort ein neues Stadion mit derselben Anzahl an Sitzplätzen errichtet werden kann. Für das Vorhaben liegt ein Bebauungsplan im Entwurf vor, der als Rechtsgrundlage für diesen Neubau dienen soll. 1
Das Cantianstadion ist seit Jahren nur eingeschränkt nutzbar. Aufgrund von nicht normgerechten Fluchtwegen wurde die Sitzplatzkapazität halbiert und ist das Tribünengebäude nicht begehbar. Ohne Zweifel: Das Cantianstadion muss repariert werden. Analysen und Entwürfe haben nachgewiesen, dass alle notwendigen Anforderungen für den Stadionbetrieb mit einem Erhalt des bestehenden Stadions vereinbar sind. Durch gezielte Umplanung und Ergänzung kann das Cantianstadion den heutigen Anforderungen gerecht werden, zu einem Bruchteil der Kosten und der CO2-Emissionen, die ein Abriss und Neubau verursachen würden.2
Grundlage für den Bebauungsplan war aber ein offener, zwei-phasiger Wettbewerb (2022) mit dem erklärten Ziel: „(…) das bestehende Stadion zurückzubauen und durch einen Neubau am gleichen Standort zu ersetzen.“ 3
Die Wettbewerbsausschreibung ignorierte das Potenzial des Bestands und die Erkenntnisse des langen Beteiligungs- und Evaluierungsverfahrens. Darin liegt der grundlegende Fehler des gesamten Verfahrens. Es überrascht nicht, dass der Siegerentwurf, für den momentan Rechtsgrundlage geschaffen wird, die Forderung nach Abriss und Neubau erfüllt. Hauptargument der Verantwortlichen ist, dass ein Inklusionsstadion entstehen soll. Unumstritten: Berlin braucht Orte für inklusiven, barrierefreien Profi- und Freizeitsport. Es ist leider leicht, dem Glauben zu verfallen, dass dies nur durch einen Neubau möglich sei. Vorstudie und Wettbewerbsergebnisse haben deutlich bewiesen, dass durch gezielte architektonische Eingriffe und Erweiterungen das Cantianstadion zu einem Inklusionsstadion transformiert werden kann.
Die eigens gegründete Bürgerinitiative Jahnsportpark und der Landesverein Berlin der Bund Deutscher Architekten positionieren sich klar:
„Berlin besitzt mit dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und dem angrenzenden Mauerpark eine Deutschland-, wenn nicht weltweit einmalige Sport- und Freizeitlandschaft, die Spitzen- und Breitensport vereint und mit der grünen Infrastruktur Berlins verbindet. Der wertvolle Baumbestand und die historisch einmalige Anlage von Stadion, denkmalgeschützter Hinterland-Mauer und Tribüne (…) im Mauerpark, dies alles muss behutsam saniert und nicht brachial umgestaltet werden!“4
Was passiert, wenn wir jetzt nicht handeln?
Der neue Bebauungsplan liegt seit dem 04. März 2023 zur Beteiligung der Öffentlichkeit vor. Er sieht den Abriss des Cantianstadions und einen kostspieligen und unzeitgemäßen Neubau vor und würde eine Versiegelung von 90% der Fläche des Sportparks ermöglichen. Die vorhergesehenen Kosten für den Neubau belaufen sich in der Ausschreibung auf knapp 100 Mio Euro. In Betracht des Siegerentwurfes und der aktuellen Preissteigerung im Bausektor sind deutlich höhere Baukosten erwartbar, die der Steuerzahler tragen wird.
Aus der Perspektive der Nachhaltigkeit hätte man kaum desolater entscheiden können. Mit dem prämierten Entwurf werden unnötigerweise über 10.000 Tonnen Bauschutt entstehen – mindestens dieselbe Menge wird als Baumasse für den Neubau aufgewendet werden müssen. Viele alte, intakte Bäume müssen dem Neubau weichen, die Klimaresilienz der Hitzeinsel Prenzlauer Berg würde weiter geschwächt werden. Abriss und Neubau würden den Sport- und Erholungsbetrieb im Sportpark massiv einschränken. Ein klug geplanter Umbau hingegen könnte einen dauerhaften Parallelbetrieb gewährleisten und würde eine deutlich geringere Belastung für die Nachbarschaft bedeuten. Hinzu kommt, dass mit dem Abriss eine der letzten Großbauten der frühen Ostmoderne in Berlin weichen würde.
Wir fordern eine Neuauflage des Wettbewerbs – mit angepassten Anforderungen und dem Ziel, dass statt unterschiedlichen Abrissentwürfen eine Vielzahl an Umbaustrategien erarbeitet werden. Die Ergebnisse des Umbauverfahrens sollten an objektiven Maßstäben wie CO2-Emissionen, Neuversiegelung, Baumfällungen und sensibler Gestaltung des Bauverlaufs gemessen werden.
Die Ziele des neuen Bebauungsplans sind klar: es sollen „(…) identitätsstiftende Elemente der Anlage soweit wie möglich erhalten bleiben“. Das Stadion soll „ (…) zukünftig den Inklusionssport und ein uneingeschränktes inklusives Zuschauererlebnis ermöglichen. (…) Schließlich sollen in Folge der Planung die ökologischen und klimatischen Bedingungen verbessert werden, indem beispielsweise möglichst viel Fläche entsiegelt wird und unversiegelt bleiben kann. Für den zukünftigen Inklusionssportpark und das große Stadion wird eine weitgehende Klimaneutralität angestrebt.“5
All diese Intentionen sind richtig und zukunftsweisend, doch stimmen leider nicht mit der jetzigen Planung überein.
Eine Chance für Berlin: Im Zuge des neuen Umbauverfahrens ist es möglich, ein tatsächlich inklusives Projekt zu realisieren, welches eine Vorbildfunktion für künftige stadtplanerische Entwicklungen haben kann.
Bis zum 31.3.2023 können alle Berliner*innen den Bebauungsplan online kommentieren. Äußert online Euren Unmut über das offensichtliche Verfehlen der selbst gestellten Ziele im Bebauungsplan hier: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/de/fruehbb/3-87
AG Neustart Jahnsportpark
Studierende UdK & TU Berlin (Architektur)
Kontakt: neustart.jsp@gmail.com
Prof. Jean-Philippe Vassal
Unterstützende
Bürgerverein Gleimviertel e.V.
Bürgerinitiative Jahnsportpark
Freunde des Mauerparks e.V.
Klasse Klima der UdK
1 https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/de/fruehbb/3-87/index.shtml
2 https://www.jahnsportpark.de/dokumentation Team Erhalt& Umbau
3 https://www.berlin.de/sen/bauen/wettbewerbe/2022/jahnsportpark-fuer-alle/#Ausschreibung /Download Auslobung
4 https://www.bda-bund.de/2020/06/abrissplanungen-im-friedrich-ludwig-jahn-sportpark-sofort-stoppen/
5 https://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/b-planverfahren/de/fruehbb/3-87/index.shtml