Petition: Kein Abriss des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions!

Petition: Kein Abriss des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions!

Friedrich Tuczek, Berliner Architekt und Professor an der Fachhochschule Erfurt, hat eine Petition für den Erhalt des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions im Jahnsportpark gestartet. Tuczek, spezialisiert auf Bauen im Bestand, arbeitete für renommierte Architekten wie Frank O. Gehry in Los Angeles und erhielt mehrere Architekturpreise, darunter den Deutschen Fassadenpreis und den Deutschen Brückenbaupreis.

Für Tuczek ist das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion ein Wahrzeichen der Ostmoderne und ein Zeugnis zahlreicher sportlicher Höhepunkte. Der geplante Abriss bedroht nicht nur ein bedeutendes Bauwerk, sondern auch die Umwelt. Der Abriss würde erhebliche Ressourcen verschlingen und die Fällung von über 170 Bäumen nach sich ziehen, während eine Sanierung sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoller wäre.

Die finanzielle und ökologische Bilanz des geplanten Abrisses und Neubaus ist alarmierend. Ein Erhalt der Haupttribuene und eine Erneuerung des übrigen Stadions könnten hingegen die sportlichen und gesellschaftlichen Funktionen besser erfüllen, ohne die geschichtsträchtigeArchitektur zu zerstören und ohne dem Klima zu schaden

Für Tuczek, die Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner und die Bürgerinitiative Jahnsportpark ist es an der Zeit, ein Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung zu setzen. Unterstützen auch Sie diese wichtige Initiative, um sicherzustellen, dass dieses Stück Berliner Geschichte für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Online Petition für den Erhalt des Stadions

Aufruf zur Petition per Mail teilen

CDU und SPD beschliessen Stadionabriss im Jahnsportpark

CDU und SPD beschliessen Stadionabriss im Jahnsportpark

Während die grundlegende Versorgung mit städtischen Leistungen wie Bildung, Umwelt, Gesundheit, öffentlichem Verkehr und Kultur für alle Bürger Berlins durch den aktuellen Sparzwang gefährdet ist, soll dennoch inmitten dieser Krise ein neues Stadion gebaut werden, dessen explodierende Kosten den Haushalt noch weiter belasten werden und dessen Nutzen in keinem Verhältnis zu den Kosten steht.

Vom Neubau des Stadions – angeblich unter der Prämisse der „Inklusion“ – profitiert aber nur der Spitzensport. Der Neubau soll ein 2. und 3. Liga taugliches Fußball-Stadion mit VIP-Lounges, Veranstaltungsräumen und mehr Fernsehübertragungsoptionen schaffen: Alles rein kommerziell relevante Neuerungen auf Kosten der Steuerzahler, die letztlich nur der Kommerzialisierung des Fußballs und großen Events zugutekommen. Ein nennenswerter Nutzen für Inklusionssport, Breitensport, Kinder und Jugendliche entsteht nicht – im Gegenteil – der wichtige Ausbau des Sportparks (3. BA) ist weiterhin im Haushalt nicht gesichert.

Es ist nicht mehr tragbar, dass Fußball-Stadien weiterhin vom knappen Landeshaushalt bezahlt werden sollen, während es in Berlins Schulen hineinregnet, die S-Bahnen täglich stecken bleiben und jetzt sogar bei lebenswichtigen Einrichtungen wie Polizei und Feuerwehr gespart werden soll.

Der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat heute mit den Stimmen der großen Koalition leider eine fatale Fehlentscheidung getroffen. Anstatt auf die prekäre Haushaltslage zu reagieren und die wenigen finanziellen Mittel weitsichtig wie sozialverträglich zu verteilen, soll ein Fußball-Stadion gebaut werden.

CDU und SPD spalten mit ihrer Entscheidung die Berliner Bevölkerung, lassen wie schon zu oft die Jungen und Schwachen im Stich.

Glückwunsch an Jenny Erpenbeck

Glückwunsch an Jenny Erpenbeck

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark gratuliert ihrer langjährigen Unterstützerin, der Schriftstellerin Jenny Erpenbeck zum Gewinn des renommierten International Booker Prize!
Der International Booker Prize, den Jenny Erpenbeck als erste deutsche Autorin gewinnen konnte, gilt als der bedeutendste Literaturpreis nach dem Nobelpreis.

Jenny Erpenbeck hat bereits 2020 unsere Petition für den Erhalt der Bäume Jahnsportpark mitgezeichnet und 2023 unsere Petition für den Erhalt der Sportwiese. Hierzu schrieb sie am 27.11.2023:

“Ich gehe nun schon seit 20 Jahren regelmäßig zum Joggen auf diese Wiese und schätze diesen Ort, der bei allen Freizeit-Sportlern, und auch bei Kindern aufgrund der Ruhe und der umgebenden Natur sehr beliebt ist.”

Liebe Jenny Erpenbeck, die Bürgerinitiative Jahnsportpark gratuliert ganz herzlich zum Erhalt dieses fantastischen Preises! Apropos Erhalt: Wir setzen uns nach wie vor dafür ein, dass die Sportwiese in ihrer jetzigen Größe erhalten und für alle nutzbar bleibt.

Stoppen wir gemeinsam die Versiegelung!

Foto: Bettina Flitner/laif

Senatsverwaltung befeuert die Krisen Berlins

Senatsverwaltung befeuert die Krisen Berlins

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark begrüßt die vorsichtigen Schritte in die richtige Richtung: Der Erhalt von Lichtmasten und der Sportwiese, zwei zentralen Forderungen der Bürgerinitiative, wurden von den Planer*innen aufgenommen.

Aber die vorsichtigen Schritte in die richtige Richtung täuschen nicht über das zentrale Problem hinweg: Die Senatsverwaltung ist mit dem Abriss und Neubau des Stadions auf dem Holzweg.

Berlin muss laut aktueller Steuerschätzung für 2024/2025 mit 362 Millionen Euro weniger rechnen und auch im Bezirk Pankow zeichnen sich gravierende Einschnitte ab.

Dennoch möchte die Senatsvewaltung für hunderte Mio Euro ein Fussball-Stadion mit 20.000 Sitzplätzen abreissen um es durch ein gleichgroßes Stadion mit 20.000 Sitzplätzen zu ersetzen.

Finanziell wie ökologisch sind Abriss und Neubau ein Irrweg. Tausende LKW Ladungen mit Abrisss- und Kriegsschutt werden durch die Stadt gefahren, beim Neubau wird Material verbaut, das viele tausend Tonnen CO2 verbraucht hat.

Hier fehlt jedes Augenmaß – der vorgeschobene Inklusionsgedanke „Design for All“ wird auf den Kopf gestellt. Ernstgemeinte Inklusion würde im Bestand geschaffen und nicht durch sinnlosen Abriss, ernstgemeinte Inklusion würde Partikularinteressen nicht gegen das Wohl aller ausspielen.

Auch der Umgang mit dem Stadtklima lässt keine Verantwortung für die Zukunft erkennen. In einer ohnehin schon belasteten Innenstadtlage – im Kiez gibt es weit überdurchschnittlich oft Tropennächte – setzt die Senatsverwaltung auf weitere Versiegelung mit Beton und Kunststoff-Plätzen. Die geplante Fassadenbegrünung bleibt in diesem Kontext allein ein Feigenblatt.

Laut Senatsverwaltung besteht bei der Sportwiese ein Zielkonflikt zwischen Sport und Klima. Wir sagen: Nein, es besteht ein Zielkonflikt zwischen organisiertem Sport und Klima. Die Auflösung dieses Zielkonflikts ist die Wiese in ihrer heutigen Form und Größe, ohne zusätzliche Kosten!

Die Bürgerinitiative Jahnsportpark wird auch weiterhin die Probleme ansprechen und lässt sich nicht durch bunte Bilder oder Nachhaltigkeits-Narrative blenden.

Politik und Verwaltung haben noch Möglichkeiten die Planungen in die richtige Richtung zu bewegen, dafür ist aber ein Umsteuern nötig: für einen klimaneutralen Umbau des Stadions, für eine lebenswerte Welt mit Blick auf nächsten Generationen und eine weiterhin lebenswerte Stadt Berlin.

Bild: Geoportal Berlin

Eure Stimmen für den Erhalt der Sportwiese

Eure Stimmen für den Erhalt der Sportwiese

1.000 Unterschriften in nur 6 Wochen gesammelt

Bestärkt durch die breite Unterstützung aus der Bürgerschaft haben Vertreter der Bürgerinitiative Jahnsportpark am 15.05.2024 mehr als 1.000 Unterschriften an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen überreicht.

Die Unterschriften wurden im Rahmen der Petition „Rettet die Sportwiese im Jahnsportpark“ gesammelt, die Unterzeichnenden fordern u.a.:

  • Die Sportwiese soll während der Ende des Jahres beginnenden Bauarbeiten frei bleiben und durchgehend der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
  • Sie ist zudem in ihrer jetzigen Größe zu erhalten, weil sie in einer zunehmend unter dem Klimawandel leidenden Stadt einen wertvollen Beitrag zur Klimaregulation und Abkühlung als Kaltluftschneise leistet. Damit können die gesundheitlichen Risiken, die durch Hitze entstehen, für die Berliner Bevölkerung reduziert werden, was nicht zuletzt im soeben verabschiedeten Hitzeaktionsplan des Berliner Senats als Ziel formuliert wurde.

Bei der Übergabe an Manfred Kühne, den Leiter der Abteilung Städtebau und Projekte, haben wir diese Forderungen nochmals bekräftigt und angekündigt, dass wir uns weiterhin für den Wiesenerhalt einsetzen werden.

Wir danken ganz herzlich allen Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern der Petition!

Achtung: Wer sich persönlich über die weiteren Planungsschritte informieren möchte, kann am 22.05.2024 zu einer Informationsveranstaltung der Senatsverwaltung kommen, bei der die aktuelle Planung für Sportpark und Stadion präsentiert wird. Mehr Informationen gibt es unter: jahnsportpark-fuer-alle.berlin.de

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