von Redaktion | Dez. 7, 2025 | Aktuelles
Die weiteren Asbestfunde und der Umgang des Senats damit zeigen: Die Gesundheitsrisiken für Anwohnerinnen und Sportlerinnen werden verharmlost, Schutzmaßnahmen verzögert und Transparenz nur auf Druck der Öffentlichkeit hergestellt.
Die BI Jahnsportpark fordert deshalb klar: Kein weiterer Abriss ohne konsequenten Gesundheitsschutz, unabhängige Messungen, vollständige, staubdichte Einhausung der Schutthaufen und der Tribünenreste mit Unterdruckhaltung statt offener Lagerung unter Planen im Freien und einen grundlegenden Kurswechsel beim gesamten Stadionprojekt.
Asbest-Drama kommt nicht überraschend
Die BI Jahnsportpark hatte schon im Frühjahr Strafanzeige gegen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gestellt, parallel dazu ging eine Beschwerde an die Umweltverwaltung. Hintergrund war, dass seit Ende Januar das Osttribünengebäude über gut zwei Monate praktisch ohne wirksame Staubschutzmaßnahmen abgerissen wurde – mitten im Wohngebiet und direkt neben intensiv genutzten Sportanlagen.
Beim Abriss wurden schwach gebundene Asbestbaustoffe entdeckt, also besonders gefährliche Materialien, deren Fasern sich leicht lösen und beim Einatmen Krebs und schwere Lungenerkrankungen auslösen können. Die Senatsverwaltung erklärt, diese Stoffe seien im „zur Bauzeit verbrachten Bauschutt“ enthalten gewesen, was eher auf eine unzureichende frühere Schadstoffsanierung als auf einen „zufälligen“ Fund hindeutet.
Unzureichende Sicherung mitten im Wohnkiez
Trotz der bekannten Gefährlichkeit von Asbest lief der Abriss lange mit freiliegenden Schutthaufen, provisorischen Planen und nur punktuellem Wassernebel, obwohl die Gefahrstoffverordnung eine staubdichte Abtrennung und Unterdruckhaltung vorschreibt. Am 2. Mai wurden vom Wind gelöste Abdeckplanen von der Bürgerinitiative dokumentiert, unter denen asbesthaltiger Schutt offen lag. Erst Tage später wurde der Asbest wieder abgedeckt, während der Kiez über Wochen der Staubentwicklung ausgesetzt war. Die Unsicherheit in der Anwohnerschaft ist groß, viele Eltern lassen ihre nicht mehr in dem Sportpark trainieren.
Insgesamt wurden bisher rund 2100 Tonnen asbesthaltiger Bauschutt festgestellt, von denen etwa 2000 Tonnen bereits auf eine Sondermülldeponie gebracht wurden. Rund 100 Tonnen lagern weiterhin im östlichen Tribünengebäude – direkt am Mauerpark und damit im Herzen eines dicht bewohnten Quartiers. Der Abtransport soll sich bis voraussichtlich Februar 2026 hinziehen.
Forderungen der BI Jahnsportpark
- Vollständige, staubdichte Einhausung der Schutthaufen und der Tribünenreste mit Unterdruckhaltung statt offener Lagerung unter Planen im Freien
- Information aller Sportvereine, der informell Sport treibenden Menschen und der Anwohnerschaft über das möglicherweise seit Monaten bestehende Gesundheitsrisiko sowie die Veröffentlichung sämtlicher Befunde zur Asbestbelastung.
- Konsequenzen für das Stadionprojekt
Die Asbestaffäre macht deutlich, dass ein überdimensionierter Stadionneubau an dieser Stelle den Termin- und Kostenplänen Vorrang vor Gesundheits- und Umweltschutz gibt. Ein Senat, der bei einem bekannten Krebsgift im dicht besiedelten Quartier zögerlich, intransparent und unterhalb der geltenden Standards handelt, ist mit einem Großneubau am Jahn-Sportpark offenkundig überfordert.
Die BI Jahnsportpark fordert daher, die Planungen für den aktuellen Stadionneubau zu stoppen und durch ein kleineres, stadtverträgliches Projekt wie z.B. RESTART JSP zu ersetzen, das den Bedarf von Vereinen, Schulen, Kitas und Nachbarschaft in den Mittelpunkt stellt – mit Gesundheitsschutz als nicht verhandelbarer Grundlage.
Bis dahin gilt: Abrissstopp jetzt, unabhängige Aufklärung und echte Schutzmaßnahmen, statt Schönreden und Gefährdung der Menschen im und rund um den Jahn-Sportpark.
von Redaktion | Okt. 2, 2025 | Aktuelles
Mit dem Ende der Vogelschutzzeit hat die Senatsverwaltung keine Zeit verloren: Im Morgengrauen begannen am 1. Oktober die Abrissarbeiten am Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion – mit voller Wucht und ohne Rücksicht. Innerhalb weniger Stunden wurde die Dachkonstruktion der Westtribüne gefällt und stürzte auf die Ränge. Frei nach dem Motto: „Ist das Habitat erst zerstört, baut es sich völlig unbeschwert.“
Damit setzt die Verwaltung ihren rabiaten Feldzug gegen Fauna, Flora und Stadtgesellschaft fort und demonstriert erneut ihr unbeirrbares Festhalten an zerstörerischen und völlig aus der Zeit gefallenen Neubau-Plänen.
Gleichzeitig wird im Abgeordnetenhaus über massive Einsparungen in den Bereichen Klimaschutz, Bildung, Soziales und Kultur verhandelt. Vor diesem Hintergrund ist es ein politischer Skandal, mehr als 200 Millionen Euro in ein Profisportstadion zu investieren – während für die Sanierung der Komischen Oper oder die Unterbringung der Berliner Hochschule für Technik im ehemaligen Flughafen Tegel angeblich kein Geld vorhanden ist.
Sportfunktionäre treiben ihre größenwahnsinnigen Visionen voran: Ein neues Fußballstadion im Jahn-Sportpark, Olympia-Bewerbung statt Bildung und Kultur. Wessen Interessen sie damit verfolgen, bleibt unverständlich – im Interesse der Berliner Bevölkerung geschieht es augenscheinlich nicht.
Wir als Bürgerinitiative Jahnsportpark sind nicht bereit, dieser Zerstörung tatenlos zuzusehen. Mit unserem Alternativszenario RESTART JSP zeigen wir, wie der Sportpark für einen Bruchteil der geplanten Kosten inklusiv, nachhaltig und behutsam entwickelt werden kann. Der Verzicht auf ein Profisportstadion ist dabei der Schlüssel für eine konfliktfreie Zukunft des Geländes.
Wir fordern den Senat auf, endlich die Realität anzuerkennen und Alternativkonzepte wie RESTART JSP ernsthaft zu diskutieren.
Genug von rückwärtsgewandtem Größenwahn – wir brauchen nachhaltige Lösungen für morgen!
von Redaktion | Sep. 2, 2025 | Aktuelles, Kommentar
Jetzt ist es amtlich: Die Umgestaltung des Jahn-Sportparks zum Inklusionspark ist krachend gescheitert. Die Gesamtausgaben für den dritten, den eigentlich für die Inklusion relevanten Bauabschnitt wurden mittlerweile vom Senat weitgehend gekürzt. Dadurch wird die geplante Ertüchtigung des Geländes zum Inklusionssportpark hinfällig.
Die Kürzungen konterkarieren das ursprünglich behauptete Ziel des Projekts und werfen die Frage auf, welchen Stellenwert Inklusion tatsächlich hat. Jetzt wird offensichtlich, dass der Senat seine Priorität von Anfang an auf das Großprojekt Stadion gelegt hat. Das Feigenblatt der Inklusion ist gefallen. Die Entscheidung zeigt, dass Fußball und Veranstaltungen immer schon Vorrang genossen gegenüber einer ganzheitlich inklusionsorientierten Nutzung des Parks, der Erhaltung von Flora und Fauna und der Anerkennung der Bedürfnisse der Anwohner.
Daher fordert die Bürgerinitiative Jahnsportpark jetzt ein Umdenken und einen Neustart. Das seit über zehn Jahren extrem umstrittene Projekt muss jetzt endlich vom Kopf auf die Füsse gestellt werden. Schluss mit dem angeblichen „Leuchtturmprojekt“ einiger Sportfunktionäre! Schluss mit dem Stadion ohne Nutzer! Her mit einem Inklusionssportpark, der seinen Namen verdient: Inklusion, Sport, Park!
Was ist wichtiger: Inklusions-, Schul-, Vereins- und Breitensport oder ein Stadion als Großprojekt für den Spitzensport und Kommerz, mit unzumutbaren Konsequenzen für die Anwohner?
Wir fordern eine transparente Prüfung alternativer Konzepte. Unser Vorschlag und Alternativentwurf Restart steht exemplarisch zur Diskussion.
Denn genau jetzt, angesichts angespannter Haushaltslage, ist eine seriöse Kosten-Nutzen-Analyse gefragt, um plausibel zu machen, welche Kompromisse sinnvoll sind und wie die Interessen des Inklusions-, Schul-, Vereins- und Breitensports umgesetzt werden können, ohne weiter mit der Abrissbirne Kahlschlag entstehen zu lassen.
von Redaktion | Aug. 1, 2025 | Aktuelles, Podcasts
In der neuen Podcast-Folge spricht Jenny mit Friedrich, Architekt und Mitstreiter der BI Jahnsportpark, über die Zukunft des Jahnsportparks – und warum der kürzlich verabschiedete Bebauungsplan (B-Plan 3-87) für uns keine Option ist.
Wir werfen einen Blick auf den B-Plan 3-87:
Welche Auswirkungen hat der von SPD und CDU verabschiedete Bebauungsplan für den Jahnsportpark und seine Nachbarschaft? In der Folge geben wir Einblicke und arbeiten heraus, warum der B-Plan keine gute Idee ist: Die teuren Senatspläne stehen vor allem für Verdichtung, Flächenversiegelung und Kommerzialisierung auf Kosten von Natur und informellen Breitensport. Die Interessen der Anwohner:innen, Natur- und Klimaschutz bleiben außen vor – grüne Flächen, Bäume und Lebensräume drohen zu verschwinden, während große Neubauten für noch mehr Verkehr und Hitze sorgen.
Unsere Alternative: Restart Jahnsportpark – clever, ressourcenschonend, nachhaltig
Statt alles plattzumachen, setzen wir auf einen klugen Plan B:
- Unser Szenario ist nachhaltig, schont Ressourcen und entlastet den Berliner Haushalt.
- Es ist inklusiv und barrierefrei gestaltet – für alle, die Sport machen oder sich erholen wollen.
- Im Mittelpunkt steht der Breiten-, Schul- und Vereinssport, also ein Angebot für Bürgerinnen und Bürger aus dem Kiez und aus ganz Berlin.
- Die Sportwiese wird vollständig erhalten, Versiegelung wird minimiert, und das neue Gebäude fügen sich kompakt und zurückhaltend in den Bestand ein.
- Keine überdimensionierten Prestigeprojekte, sondern Lösungen, die wirklich vor Ort gebraucht werden!
Damit erhalten wir das grüne Herz des Jahn-Sportparks, schaffen attraktive Sportstätten für alle und setzen ein Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung.
Unsere Visualisierung und alle Infos findet ihr auf unserer Webseite: www.jahnsportpark.de/restart/
Jetzt reinhören, weiterverbreiten und mitmachen – für einen lebenswerten und nachhaltigen Jahnsportpark!
Wir wünschen euch einen schönen Sommer und bleiben dran – für den Jahnsportpark!
Unseren Podcast gibt es überall wo es Podcasts gibt: Weitere Infos zum Podcast
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von Redaktion | Juli 18, 2025 | Aktuelles, Presse
BI Jahnsportpark stellt alternative Planung vor
Die Bürgerinitiative Jahnsportpark präsentiert mit RESTART JSP ein neues Szenario für die Entwicklung des Jahn-Sportparks – als Alternative zum aktuell verfahrenen Senatsprojekt.
Ziel des neuen Szenarios ist ein zukunftsfähiger Sportpark, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert, den grünen Charakter des Areals erhält und Steuergelder maßvoll verwendet.
RESTART JSP steht für:
- Vorrang für Breiten-, Schul- und Vereinssport
- Inklusive und barrierefreie Nutzung
- Viel weniger Bodenversiegelung und eine behutsame Bebauung
- Keine Kommerz- und Eventfokussierung
- Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Wirtschaftlichkeit
Statt eines voluminösen Stadions und weiterer Großbauten setzt RESTART JSP auf einen maßvollen Hallenbau für Sport und Inklusion – exakt an dem Ort, an dem derzeit durch den Abriss der Ost-Tribüne eine Lücke klafft.
Das Szenario bietet einen realistischen und verantwortungsvollen Ausweg aus der aktuellen Situation und berücksichtigt sowohl die Geschichte des Ortes als auch die aktuellen Bedürfnisse Berlins.
Neugierig?
Weitere Informationen, anschauliche Planskizzen und Fotos:
RESTART JSP
von Redaktion | Juli 14, 2025 | Aktuelles, Beteiligung
Die Fakten sprechen für sich. Und einige von ihnen werfen ein fragwürdiges Licht auf das, was uns als „Inklusionssportpark“ verkauft werden soll.
Bereits in unserem Beitrag vom 17. Juni 2025 „B-Plan: Kommerzialisierung des Jahnsportparks“ haben wir unsere Kritik am Bebauungsplan deutlich gemacht. Aber was genau steht drin?
Wir haben eine kompakte Zusammenstellung der wichtigsten Fakten vorbereitet, die deutlich aufzeigt, dass der B-Plan in der jetzigen Form inakzeptabel ist. Die Inhalte reichen von Satire, Dystopie und Fantasy bis zum Absurden Theater – es ist für jeden etwas dabei!
Der B-Plan Faktencheck
Der Jahn-Sportpark gehört uns allen – er gehört nicht den Profi-Sportlern oder Eventveranstaltern und auch nicht den Sportlobbyisten, die hinter verschlossenen Türen irgendwelche Deals schmieden.
Wenn wir nicht hinschauen und uns den Kommerzialisierungsplänen entgegenstellen, droht der Jahn-Sportpark, wie wir ihn kennen, unter Massen von Beton zu verschwinden.
Wir laden euch ein: Lest, teilt, diskutiert – und lasst uns gemeinsam weiterhin für einen echten inklusiven und nicht-kommerziellen Jahn-Sportpark kämpfen!
Es ist Zeit für einen Plan B