von Alex | Feb. 15, 2026 | Aktuelles, Beteiligung, Kommentar
In Erinnerung an die Flutlichtmasten des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions
Errichtet 1986/87 im Zuge der großen Stadionerweiterung zur 750 Jahr Feier Berlins, prägten sie mit fast 50 Metern Höhe und gleißendem Licht die Silhouette über dem Prenzlauer Berg.
Die ikonischen, fächerförmig geneigten Lichtmasten haben in ihrem kurzen Leben viel erlebt. Sie sahen, wie Michael Jackson am 4. September 1992 vor Zehntausenden die Nacht erhellte – ein Konzert, das Berlin in Atem hielt. Sie erlebten DDR Länderspiele vor 30.000 Menschen, Europapokalabende des BFC Dynamo, American Football Spiele und den historischen Moment, als der Jahn Sportpark 2015 das Finale der UEFA Women’s Champions League empfing.
Unter ihrem Licht wuchsen Generationen von Sportlerinnen und Sportlern auf: Schulkinder, Leichtathletinnen und Leichtathleten, Fußballerinnen und Fußballer.
Doch ihr Licht strahlte weit über das Spielfeld hinaus. Im ganzen Kiez war der Schein zu sehen – an manchen Abenden wie eine große Nachtlampe am Horizont, etwas Vertrautes, Behagliches. Auch tagsüber waren die Masten ein Orientierungspunkt: weit über die Grenzen des Prenzlauer Bergs hinweg sichtbar, ein Zeichen dafür, wo es langgeht – und wo Zuhause ist.
Am 12. Februar 2026 erklangen zwei Warntöne. Vögel flogen auf, Füchse rannten um ihr Leben. Dann fielen die Riesen: ein kurzer Knall, ein metallisches Kreischen – und schließlich stürzten sie mit jeweils 39 Tonnen Stahl auf das Spielfeld, das sie ein Leben lang beleuchtet hatten.
Zwei ihrer Geschwister, die westlichen Masten Richtung Mauerpark, stehen noch. Doch das Ensemble ist zerstört, der Blick über den Sportpark und aus vielen Straßen ist ein anderer geworden – die klaffende Lücke ist unübersehbar.
Diese Sprengung, von der Senatsverwaltung als „Rückbau“ bezeichnet, ist kein bloßer Verwaltungsakt. Wer so zerstört, zerstört nicht nur Stahl – er sprengt auch Erinnerung. Senator Gaebler (SPD) räumt mit einem Knall Symbole der DDR aus dem Horizont, weil sie nicht in sein Bild von Berlin passen: Er träumt von einem großen Stadion, mit dem große Spiele in die Stadt gelockt werden sollen.
Große, teure Spiele – in Zeiten, in denen Berlin nicht einmal mehr ausreichend Geld für Kultur und Bildung hat. Ein großes, völlig überdimensioniertes Stadion – in Zeiten, in denen Geld für kleine Reparaturen in Turnhallen und Schultoiletten in Schulen fehlt.
Dabei liegt eine bessere Lösung längst auf dem Tisch: „RESTART JSP“, das nachhaltige Szenario der Bürgerinitiative Jahnsportpark. Das Zukunftsszenario setzt auf Erhalt, kluge Sanierung und Weiterentwicklung statt Abriss und Versiegelung.
Dabei geht es auch um die Sportwiese – jene etwa ein Hektar große, von altem Baumbestand umgebene Freifläche im nördlichen Teil des Parks. Hier kann jede und jeder Sport machen, in Gemeinschaft und auf Augenhöhe. Die Sportwiese braucht keine Plastikbahnen, keine Beton-Tribünen und keine VIP Parkplätze:
Tagsüber ist die Sportwiese ein Ort für Bewegung und Natur, nachts kühlt die offene Fläche den Kiez und wirkt sommerlicher Hitze entgegen. Auch die Sportwiese will die Senatsverwaltung „sanieren“ – und plant sie mit hohen Fangzäunen abzuriegeln und mit einem Kunstrasenplatz zu überbauen.
Wer der Zerstörungswut der Senatsverwaltung nicht weiter tatenlos zusehen will, kann was dagegen tun. Unterstütze die BI Jahnsportpark, mach mit – damit die Entwicklung des Jahn Sportparks in eine andere, nachhaltige und für die Anwohnerschaft positive Richtung geht.
Jetzt mitmachen
von Redaktion | Juli 14, 2025 | Aktuelles, Beteiligung
Die Fakten sprechen für sich. Und einige von ihnen werfen ein fragwürdiges Licht auf das, was uns als „Inklusionssportpark“ verkauft werden soll.
Bereits in unserem Beitrag vom 17. Juni 2025 „B-Plan: Kommerzialisierung des Jahnsportparks“ haben wir unsere Kritik am Bebauungsplan deutlich gemacht. Aber was genau steht drin?
Wir haben eine kompakte Zusammenstellung der wichtigsten Fakten vorbereitet, die deutlich aufzeigt, dass der B-Plan in der jetzigen Form inakzeptabel ist. Die Inhalte reichen von Satire, Dystopie und Fantasy bis zum Absurden Theater – es ist für jeden etwas dabei!
Der B-Plan Faktencheck
Der Jahn-Sportpark gehört uns allen – er gehört nicht den Profi-Sportlern oder Eventveranstaltern und auch nicht den Sportlobbyisten, die hinter verschlossenen Türen irgendwelche Deals schmieden.
Wenn wir nicht hinschauen und uns den Kommerzialisierungsplänen entgegenstellen, droht der Jahn-Sportpark, wie wir ihn kennen, unter Massen von Beton zu verschwinden.
Wir laden euch ein: Lest, teilt, diskutiert – und lasst uns gemeinsam weiterhin für einen echten inklusiven und nicht-kommerziellen Jahn-Sportpark kämpfen!
Es ist Zeit für einen Plan B
von Redaktion | Sep. 26, 2024 | Aktuelles, Beteiligung
Weite, Eleganz und Großzügigkeit müssen überdimensionierten Baukörpern, straßenartigen Betonschluchten und Versiegelung weichen
Während der aktuell laufenden öffentlichen Auslegung des Entwurfs des B-Plans 3-87 Jahn-Sportpark wurden im Rahmen der Öffentlichkeitbeteiligung Abbildungen publiziert, die keinen realistischen Gesamteindruck von den Gebäuden vermitteln, die auf dem Gelände des Sportparks errichtet werden sollen.
Das halten wir für einen großen Nachteil, denn auf diese Weise werden Bürger*innen, die nicht über das notwendige Fachwissen verfügen, Informationen bezüglich der zulässigen Volumina der Baukörper vorenthalten.
Auch auf Nachfrage ist es uns nicht gelungen, von der zuständigen Senatsverwaltung aussagekräftige und maßstabgerechte Abbildungen zu erhalten.
Wir haben daher Visualisierungen der nach dem B-Plan möglichen Volumina erstellt, die eine gute Vorstellung von der möglichen Kubatur der neuen Gebäude vermitteln sowie die gravierenden Eingriffe in die Parklandschaft des Jahn-Sportparks sichtbar machen.
Wie man auf den beigefügten Bildern unschwer erkennen kann, wird infolge der Baumaßnahmen die mit klaren Sichtachsen großzügig gestaltete, weitläufige Parklandschaft durch überdimensionierte und die umliegenden Gebäude überragende Baukörper entstellt. Es gilt offenbar die Maxime, einen überdimensionierten Bedarf in viel zu großen Neubauten unterzubringen. Weite, Eleganz und Großzügigkeit des Sportparks sollen straßenartigen Betonschluchten weichen, Grünflächen werden wider alle Vernunft durch Versiegelung ersetzt – das hat Berlin nicht verdient.
Wir sind der Meinung, dass die Bürger*innen ein Anrecht darauf haben, sich eine realistische Vorstellung von den geplanten Baumaßnahmen zu machen – überzeugen Sie sich selbst.
Legende:
Bilder 1 & 2: Jahn-Sportpark aus der Vogelperspektive
Bilder 3 & 4: Nördlicher Eingang Gaudystraße,
Bilder 5 & 6: Südlicher Eingang Topsstraße
Copyright:
Bild 1 (Vogelperspektive): SenSBW
Bilder 2-6: BI Jahnsportpark
von Redaktion | Aug. 25, 2024 | Aktuelles, Beteiligung
Vom 26. August 2024 bis zum 26. September 2024 können Bürger*innen ihre Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurfs 3-87 abgeben. Diese sollten konkret und detailliert formuliert sein, um berücksichtigt zu werden. Die Einwendungen müssen schriftlich an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingereicht werden. Der Planentwurf und relevante Dokumente sind online und in bestimmten öffentlichen Einrichtungen einsehbar.
Die Stellungnahmen können elektronisch, per E-Mail oder schriftlich abgegeben werden. Nach Ablauf der Frist werden die eingegangenen Einwendungen in einer Abwägung gegeneinander und untereinander abgewogen. Fristgerechte und individuell formulierte Einwendungen sind wichtig, da gleichlautende zusammengefasst werden können.
Jetzt Online-Stellungnahme schreiben
Der Planentwurf und die damit verbundenen Unterlagen sind sowohl online als auch in den Räumlichkeiten der Senatsverwaltung und des Bezirksamts Pankow während der Öffnungszeiten einsehbar. Alle Bürger*innen sind dazu aufgerufen, sich an diesem Prozess zu beteiligen und ihre Meinung einzubringen.
Weitere Infos: www.berlin.de
von Redaktion | Mai 15, 2024 | Beteiligung, Petitionen
von Redaktion | Mai 6, 2024 | Beteiligung, Veranstaltungen
Der Jahnsportpark soll zur inklusiven Sportstätte entwickelt werden. Die Arbeiten für den “Inklusionspark” gehen Ende des Jahres aus Sicht der Senatsverwaltung in die nächste große Phase: Abriss des historischen Stadions!
Um interessierte Menschen vor diesem Punkt über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren, den weiteren Prozess zu beleuchten und Fragen zu beantworten, lädt die Senatsverwaltung herzlich zur Informationsveranstaltung ein.
22. Mai 2024 von 17.00 bis 19.00 Uhr
Aula des GLS Campus
Kastanienallee 82, 10435 Berlin
Der Standort ist barrierefrei zugänglich, eine simultane Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache steht zur Verfügung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Schaut vorbei, bringt Euch ein!